Motorsport

Jonas Folger auf den Spuren von Bradl und Cortese

Motorrad-WM startet mit Nachtrennen in Katar

18 Jahre hatte es gedauert, bis nach Dirk Raudies (1993, Klasse bis 125 Kubik) wieder ein deutscher Motorrad-Rennfahrer Weltmeister werden konnte. Das Kunststück gelang Stefan Bradl 2011 in der Kategorie Moto2. Und nur ein Jahr später glückte Sandro Cortese bei den Moto3-Maschinen der Titelgewinn.

Mit dem Saisonbeginn am Sonntag beim Nachtrennen in Losail/Katar (ab 16.30 Uhr bei Sport1) steht jetzt Jonas Folger im Fokus der deutschen Motorrad-Fans. Denn während Bradl in seinem zweiten Jahr als Starter der Königsklasse MotoGP seinen ersten Podestplatz auf seiner rund 250 PS starken und bis zu 350 km/h schnellen Honda RC 213 anstrebt und Sandro Cortese im Debüt-Jahr als Moto2-Pilot (seine Kalex-Honda hat etwa 150 PS und ist knapp 280 km/h schnell) Top-Ten-Plätze anvisiert, gilt Kalex-KTM-Pilot Folger als Geheimtipp in der Moto3 (etwa 60 PS, 230 km/h).

Der 19-Jährige aus dem bayerischen Schwindegg ist bereits zweifacher Grand-Prix-Sieger. 2011 in Silverstone und 2012 in Brünn düpierte er die Konkurrenz. Die kommende Saison geht er realistisch an: „Ich fahre für ein Siegerteam, die beste Mannschaft in den vergangenen Jahren in dieser WM. Sie haben die Erfahrung und können mir helfen, dass ich um den Titel kämpfe. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht daran denke.“ Folgers Rezept für einen möglichen Titelgewinn? „Man muss kontinuierlich fahren, darf keinen Ausfall riskieren.“

Rossi wieder Favorit

Stefan Bradl gibt sich ein wenig kämpferischer. „Ich habe in meinem ersten Jahr viel gelernt und denke, dass es möglich ist, jetzt ab und zu auch mal die Werkspiloten herauszufordern oder ein bisschen ärgern zu können“, sagte der 23-Jährige, der sich über den Winter vor allem im heimischen Zahling fit gehalten hat. „Ich würde schon gern bei jedem Rennen unter die besten Fünf kommen und den einen oder anderen Podestplatz erringen.“

Superstar Valentino Rossi (neun Titel, 105 Siege) hält große Stücke auf Bradl. „Stefan hat gezeigt, dass er von Beginn an sehr schnell war. Mit der Erfahrung aus dem ersten Jahr in der MotoGP traue ich ihm alles zu“, ließ der Italiener, gerade von Ducati wieder zu Yamaha gewechselt, wissen. Der 34-Jährige ist neben den Spaniern Jorge Lorenzo (25, Yamaha) und Dani Pedrosa (27, Honda) einer der meistgenannten WM-Favoriten.

Wie gewohnt zurückhaltend verhält sich Sandro Cortese. Der Schwabe aus Berkheim setzt auf „kleine Schritte“. Die Moto2 gilt als die am härtesten umkämpfte WM-Kategorie. „Ich bin noch Rookie und muss das Motorrad perfekt auf meine Bedürfnisse abstimmen. Das geht nur im Rennen. Bei den Tests im Vorfeld war ich am Ende nicht weit von den besten zehn Fahrern entfernt. Ich weiß, dass ich mich in einem Rennen steigern kann. Also sind Ergebnisse unter den besten Zehn mein Ziel“, so der 23-Jährige. Insgesamt gehen sieben deutsche Fahrer ins WM-Jahr 2013. Neben Bradl, Cortese und Folger noch Marcel Schrötter (Vilgertshofen, 20, Moto2), Toni Finsterbusch (Krostitz, 19, Moto3), Philipp Öttl (Ainring, 16, Moto3) und Florian Alt (Nümbrecht, 16, Moto3).