Vertrag

Lustenberger soll ein Herthaner bleiben

Der Zweitligaklub will seinen zuverlässigen Abwehrchef langfristig an sich binden. Die Vertragsverhandlungen laufen schon

– Der kommende Montag wird ein wichtiger Tag in der noch jungen Karriere des Fabian Lustenberger. Der 24-Jährige empfängt mit Tabellenführer Hertha BSC im Spitzenspiel der Zweiten Liga Verfolger Eintracht Braunschweig. Gewinnen die Berliner das Heimspiel, dürfte auch der allerletzte Restzweifel an der Rückkehr in die Bundesliga beseitigt sein. Doch das ist nur eine von zwei zukunftweisenden Weichen, die am Montag für Lustenberger gestellt werden dürften. Denn zum Gipfeltreffen gegen Braunschweig wird auch José Noguera, der Berater des Schweizers, in Berlin erwartet.

Noguera trifft sich mit Herthas Manager Michael Preetz. In dem Gespräch geht es um die vorzeitige Verlängerung des noch bis 2014 bestehenden Vertrags seines Schützlings. Erste Positionen wurden bereits ausgetauscht. Hertha möchte mit Lustenberger verlängern. Und auch der Defensiv-Allrounder, der 2007 vom Schweizer Klub FC Luzern nach Berlin gewechselt war und damit der dienstälteste Herthaner ist, könnte sich eine Weiterbeschäftigung bei den Blau-Weißen auch über 2014 hinaus vorstellen. Aus Herthas Sicht beinhaltet das Angebot für eine vorzeitige Verlängerung von Lustenbergers Arbeitspapier zweierlei Aspekte. Zum einen ist es als Belohnung für eine herausragende Leistung des Blondschopfs in der aktuellen Saison zu verstehen. Denn Lustenberger ist nicht nur der Dauerbrenner der Herthaner. Kein anderer Berliner stand in dieser Spielzeit mehr Minuten auf dem Platz als er (2304). Er hat sich darüber hinaus auch völlig überraschend zum unumstrittenen Abwehrchef des Aufstiegsaspiranten entwickelt.

Interesse aus der Bundesliga

Hatte ihn Herthas Trainer Jos Luhukay zu Saisonbeginn noch auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld und gar als Rechtsverteidiger eingesetzt, überzeugt er seit dem fünften Spieltag als Innenverteidiger und ist maßgeblich daran beteiligt, dass Hertha mit nur 21 Gegentreffern über die beste Abwehr der Liga verfügt. Lustenberger, der in den vergangenen Jahren bei Hertha oft verletzungsanfällig war, habe sich toll entwickelt, lobte Luhukay den Defensivspieler. Er spiele sehr konstant und stabil. Und der Niederländer geht sogar noch weiter: „Sein Auge, seine Cleverness, sein Gespür für die Situation: Fabian ist der herausragende Verteidiger in dieser Liga“, schwärmte Luhukay.

Lustenbergers Leistungssteigerung ist allerdings auch über die Stadtgrenzen hinaus nicht unbemerkt geblieben, und das ist der zweite Aspekt, der hinter Herthas Angebot für eine vorzeitige Vertragsverlängerung steckt. Denn die Berliner müssen auch das Werben anderer Interessenten um Lustenberger fürchten. Zwar sagt Noguera: „Fabian genießt es, dass er bei Hertha in dieser Saison so viel Einsatzzeit bekommt und fühlt sich im Klub sehr wohl.“ Doch er betont darüber hinaus auch, dass ihm konkrete Anfragen von drei Bundesligaklubs für seinen Schützling vorlägen.

Neben den üblichen Rahmenbedingungen (Gehalt, Laufzeit und erfolgsabhängige Prämien) geht es Lustenbergers Seite vor allem um zwei Dinge: „Wichtig für Fabian ist die Perspektive, die ihm der Klub aufzeigen kann“, sagt Noguera. Nach zwei Abstiegen in drei Jahren, die der Defensivspieler miterlebt hat, möchte er bei einem Klub spielen, der sich dauerhaft in der Bundesliga etabliert. Teil einer „Fahrstuhlmannschaft“ möchte er nicht sein. Damit Hertha dieses Schicksal erspart bleibt, muss die Berliner Mannschaft zur neuen Saison jedoch noch punktuell verstärkt werden.

Darüber hinaus ist noch offen, für welche Position Lustenberger in der Bundesliga eingeplant ist. Der Spieler macht keinen Hehl daraus, dass er am liebsten im defensiven Mittelfeld agiert. Sagt aber auch: „Abwehr oder Mittelfeld, ich spiele dort, wo ich gebraucht werde.“

Wo ihn Luhukay in der kommenden Spielzeit vornehmlich einsetzen wird, hängt auch von den weiteren Transferaktivitäten der Herthaner ab. Mit Sebastian Langkamp (25) von Luhukays Exklub FC Augsburg ist bereits ein großer Innenverteidiger gefunden. Das könnte dafür sprechen, dass Lustenberger tatsächlich vermehrt für das Mittelfeld vorgesehen ist. Doch all das ist noch Zukunftsmusik. „Wir trauen ihm zu, dass er beide Positionen, Innenverteidigung und defensives Mittelfeld, auch auf erstklassigem Niveau spielen kann, so wie in dieser Saison in der Zweiten Liga“, sagt Preetz. „Deswegen haben wir großes Interesse, mit ihm zu verlängern.“ Der Alleskönner soll unbedingt gehalten werden.