Basketball

Obradovic will die schlimmste Pleite vergessen machen

Alba hat sich im Hinspiel in Kaunas nicht gewehrt

– Zwei freie Tage, das klang für die Basketballer von Alba Berlin nach der Terminhatz der letzten Monate erst nach einer schier endlosen Zeit. Rückwirkend betrachtet allerdings nicht mehr. Denn der Alltag hat das Team von Sasa Obradovic nach dem Pokalsieg schnell wieder eingeholt. Am Mittwoch wurde zweimal trainiert und die Hatz von Spiel zu Spiel beginnt von Neuem. Am Freitag empfängt Alba in den Top 16 der Europaliga Litauens Topklub Zalgiris Kaunas (18 Uhr, O2-World) und tritt am Sonntag in Ulm an.

Dass das Spiel in Ulm etwas ganz Besonderes werden wird, nachdem sich beide Teams erst am vergangenen Sonntag im Pokalfinale gegenüberstanden, ist klar. Die Schwaben werden in eigener Halle darauf brennen, sich bei den Berlinern für den entrissenen Titel zu revanchieren.

Die Rechnung, die Ulm mit Alba offen hat, dürfte in etwa mit der vergleichbar sein, die Obradovic seit dem Hinspiel in Kaunas mit sich herum trägt. Denn da kam sein Team Ende Januar in Litauen mit 56:92 unter die Räder. „Das war die schlimmste Niederlage in den Top 16 und wenn ich so nachdenke, vielleicht auch für mich persönlich“, sagt Albas Coach. „Ibrahim Jaaber hatte Zalgiris gerade verlassen und so etwas, ob nun ein Spieler oder ein neuer Trainer, kann einer Mannschaft immer große Impulse verleihen. Kaunas hätte an diesen Abend wahrscheinlich jeden geschlagen, aber wir sind zurückgewichen und haben nicht gekämpft. Wir müssen dieses Bild gerade rücken.“

Drei große Siege in fünf Tagen

Abseits der offenen Rechnungen mit dem Team aus Litauen dürfte es für das Spiel in Ulm auch wenig hilfreich sein, wenn es gegen Kaunas erneut eine ähnlich deutliche Abfuhr gäbe. Das frisch gewonnene Selbstbewusstsein, das bei Alba sichtbar eingekehrt ist, seitdem die Mannschaft innerhalb von fünf Tagen mit Bamberg, Bayern München und Ulm drei Topteams geschlagen und den ersten Titel seit 2009 geholt hat, könnte wieder eingebeult werden. „Ganz offensichtlich geht es für uns ja nicht mehr darum, uns in den Top 16 für die nächsten Runde zu qualifizieren“, sagt Deon Thompson, der die freien Tage dazu nutzte, dem Zoo und dem Aquarium einen Besuch abzustatten. „Wirklich wichtig ist aber, dass wir mit der gleichen Intensität spielen wie in diesen letzten drei Partien.“

Auch mit Blick auf das Spiel in Ulm, denn die Schwaben haben im Pokalfinale „ja gut gespielt, nur wir waren ein wenig besser“, sagt Thompson, „und jetzt werden sie vor ihren eigenen Fans spielen.“

Ulm ist derzeit mit neun Niederlagen Tabellenvierter, Alba mit zehn auf Platz fünf. Zudem haben die Berliner das Heimspiel 80:88 verloren. Ein Sieg, vielleicht sogar einer mit neun Punkten Differenz könnte das Heimrecht zu Beginn des Play-offs bedeuten. „Ein wichtiges Spiel“, sagt Obradovic, „und Ulm ist zu Hause sehr stark, aber ich denke, wir haben jetzt das Selbstvertrauen, dort zu bestehen.“ Vorausgesetzt natürlich, dass es gegen Kaunas 46 Stunden zuvor keinen Schaden nimmt.