WM-Qualifikation

Erstes Endspiel für den Weltmeister

Gegen Riberys Franzosen braucht Spanien heute dringend einen Sieg

Die WM 2014 ohne Spanien und England – unvorstellbar! Doch der Welt- und Europameister und das Mutterland des Fußballs stehen in der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien gewaltig unter Druck. Die Lage ist misslich. Die kontinentalen Schwergewichte laufen Gefahr, den Gruppensieg und damit die direkte WM-Teilnahme zu verpassen. Nicht so Japan, das sich schon heute in Jordanien als erstes Team das WM-Ticket sichern kann.

Läuft es besonders schlecht, liegen Spanien und England nach diesem Spieltag sogar schon jeweils fünf Punkte hinter Platz eins. Als Gruppenzweite müssten sie in zwei Play-off-Spielen um die Qualifikation kämpfen. Vor allem für Spanien (acht Punkte) geht es in Gruppe I nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Finnland im Pariser Gipfeltreffen gegen Tabellenführer Frankreich (10) schon „um alles“, sagte Stürmer David Villa. Schließlich sind es danach nur noch drei Spiele, um bei einer Niederlage die Reihenfolge in der Tabelle noch zu korrigieren. In der Geschichte der WM war nur ein einziges Mal der Titelverteidiger im folgenden Turnier nicht dabei: Uruguay verzichtete als Weltmeister von 1930 auf eine Teilnahme an der WM 1934.

Frankreichs Trainer Didier Deschamps warnt seine Spieler gerade vor solchen verführerischen Gedanken. „Es ist sicher besser, mit zwei Punkten Vorsprung gegen Spanien anzutreten als mit zwei oder drei Rückstand“, sagte er: „Aber wir sollten nicht leichtsinnig werden und denken, wir wären schon qualifiziert.“ Trotz der ungemütlichen Ausgangsposition ist Bundestrainer Joachim Löw überzeugt, dass sich der Dauerrivale letzten Endes durchsetzen werden: „Spanien steht unter Druck, aber Spanien wird definitiv bei der WM sein.“

Soviel Vertrauen bringen den Engländern nur wenig Experten entgegen. England (11 Punkte)) ist in Montenegro (13) zu Gast, das überraschend Gruppe H anführt. Und die „Three Lions“ sind gewarnt: In der Qualifikation für die EURO 2012 konnten sie keines der Duelle gewinnen (0:0, 2:2). Vorsichtshalber erhob Mittelfeldspieler Steven Gerrard in Stevan Jovetic und Mirko Vucinic auch zwei Spieler des Gegners „in die Kategorie Weltklasse“. Auch Nationaltrainer Roy Hodgson baute einem neuerlichen Remis oder sogar einer Niederlage vor: „Es sind noch 15 Punkte zu vergeben. Unser Team ist in der Lage, ausreichend viele zu holen.“

Der Rest der europäischen Spiele rückt im Schatten dieser brisanten Begegnungen in den Hintergrund. Dabei hat auch Portugal (8 Punkte) in der Gruppe F massive Probleme. Der Halbfinalist der vergangenen EM muss in Baku gegen das von Berti Vogts trainierte Aserbaidschan unbedingt siegen, um hinter Tabellenführer Russland im Fernduell mit Israel (8) wenigstens Platz zwei im Blick zu behalten. Es macht die Aufgabe für Trainer Paulo Bento nicht leichter, dass sein Superstar Cristiano Ronaldo diesmal wegen Gelbsperre zuschauen muss.