Basketball

Alba auf der Jagd nach dem ersten Titel seit 2009

Aufsichtsrat Schweitzer stichelt gegen die Bayern

Der Erfolg kam zur richtigen Zeit und war Balsam für die geschundene Seele. Bis zuletzt war der Basketball-Gipfel zwischen Alba Berlin und den Baskets Bamberg in der Euroleague spannend. Als dann der ersehnte Sieg über den Kontrahenten geschafft war, schienen die Protagonisten den Abend schnell abgehakt zu haben. „Mit diesem Sieg werden wir definitiv nicht Letzter in der Gruppe“, sagte Berlins Trainer Sasa Obradovic nach dem 75:72-Erfolg beim Dauerrivalen – das Viertelfinale der europäischen Königsklasse war für beide Teams bereits vor der Partie abgehakt.

Dass der Gipfel keine großen Emotionen auf Berliner Seite auslöste, lag vor allem am Pokal-Top-Four-Turnier, das am Wochenende in der O2 World steigt. So ordnete Obradovic den Prestige-Erfolg als psychologisches Aufbauprogramm ein: „Das war ein wichtiger Sieg, um Selbstvertrauen für den Pokal zu tanken.“ Alba kann in eigener Halle den ersten Titel seit dem Pokal-Erfolg 2009 einfahren. „Natürlich ist das eine Sondermotivation, den Fans nach so langer Zeit einen Titel zu bescheren“, sagte Obradovic. „Auch wenn es nur zwei Spiele sind: Titel ist Titel.“ Dazu gilt es, am Sonnabend (20 Uhr) zunächst im Halbfinale den FC Bayern München zu besiegen. Zwar schlugen die Münchner den Hauptstadtklub beim letzten Aufeinandertreffen mit 79:61, doch konnte die Mannschaft des Ex-Alba-Trainers Svetislav Pesic zuletzt nicht an ihre Leistungen aus dem Februar anknüpfen. In den vergangenen fünf Ligaspielen kassierten die Bayern drei Niederlagen. Auch die Berliner haben laut ihrem Trainer „keine gute Phase“.

Nachhaltigkeit steht in Frage

Vor dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Alba und dem FC Bayern hatte es Misstöne gegeben. So hatte Alba-Aufsichtsrat Axel Schweitzer Bayern-Präsident Uli Hoeneß attackiert, weil der sich etwas uncharmant über Dirk Nowitzki geäußert hatte. Schweitzer stellte auch die Nachhaltigkeit des Münchner Basketball-Projektes in Frage. Vor dem Pokal-Duell erneuerte Schweitzer in einem Morgenpost-Interview die Kritik am Rivalen. „Wir sind gespannt, mit welcher Nachhaltigkeit das Projekt betrieben wird. Meine Frage lautet: Sehen wir es auch noch in fünf Jahren?“, sagte Schweitzer. Auf die Frage, was ihn an den Bayern ärgern würde, sagte er: „Was man sich anschauen muss, ist die Frage des Geldes, des Financial Fairplays. Ich bitte, das nicht falsch zu verstehen: Ein Budget, das am Markt erarbeitet wurde, und zwar aus der Sportart heraus, finde ich gut. Aber wenn das Geld jetzt einfach aus dem Fußball herübergeholt wird, dann ist, etwas überspitzt formuliert, aus meiner Sicht der Weg zu einem russischen Oligarchen nicht mehr allzu weit. Das sehe ich kritisch.“

Lesen Sie das ganze Interview mit Axel Schweitzer auf: morgenpost.de