Jobwechsel

DTM: Schumacher beendet seine Karriere und wird Teilzeit-Berliner

Nach 180 Rennen in der Formel 1 und deren 52 in der „Königsklasse mit Dach“ ist Schluss.

Ralf Schumacher beendet kurz vor Saisonbeginn der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) seine Karriere als Rennfahrer und wechselt aus dem engen Cockpitsitz in einen breiteren Manager-Sessel im größten privaten Rennstall Deutschlands – nach Berlin ins Team Mücke. „Die Aufgabe in Berlin reizt mich, weil Peter (Teamchef Mücke, d.R.) und ich bereits gute Erfahrungen miteinander in der GP3-Serie gemacht haben. Er hat seine Mannschaft extrem professionell und zielgerichtet aufgestellt. Und die Erfolge geben ihm Recht“, begründete der jüngere Bruder von Formel-1-Rekordweltmeister Michael seine Lust, zum „Teilzeit-Berliner“ zu werden.

1998 gegründet, war das Mücke-Team zunächst in der Formel BMW und der Formel-3-Euroserie am Start. Beide Rennserien wurden im Rahmenprogramm der DTM abgehalten. In dieser Zeit fuhren für Mücke auch die späteren Formel-1-Piloten Christian Klien (Österreich), Robert Kubica (Polen), Sebastian Vettel (Heppenheim), Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) und der Schweizer Sebastien Buemi. In der DTM griffen zeitweise Ralf Schumacher und David Coulthard (Schottland) für Mücke ins Lenkrad.

„Für uns ist es ein enormer Gewinn, dass er sich so entschieden hat. Mit seiner enormen Erfahrung in allen Fahrzeugklassen ist er als Ratgeber bestens geeignet. Wir verstehen uns ja auch als Ausbildungsteam für den Nachwuchs“, freut sich Senior-Chef Peter Mücke. Der 66-Jährige weiter: „Ralf ist einer, der die Dinge beim Namen nennt. Und er ist mit seiner guten Vernetzung in der internationalen Szene auch ein gefragter Ansprechpartner.“

Ralf Schumacher hatte sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht, sogar für 2013 schon einen Fahrervertrag unterschrieben. „Am Ende habe ich mich aber gefragt, ob es nicht sinnvoller wäre, den Umbruch, den es bei Mercedes auf der Pilotenseite gibt, auf der Managementseite zu unterstützen“, sagte der 37-Jährige. Dass er zwar sechs Siege in der Formel 1 erkämpfen konnte, in der DTM aber lediglich einen zweiten und einen dritten Rang (beide 2011) einheimste, stört ihn nicht nachhaltig: „Es hätte besser laufen können, aber es waren ganz einfach fünf tolle Jahre.“

Unabhängig von den Platzierungen im Wettbewerb war Schumi II in seinen DTM-Jahren das Gesicht der technisch anspruchsvollsten Tourenwagen-Serie der Welt. Die DTM steht in Deutschland massiv im Schatten der Formel 1. Lediglich der sechsmalige Grand-Prix-Sieger aus Kerpen und mit Abstrichen Coulthard (13 Siege) waren regelmäßig in der Öffentlichkeit präsent. „Ich bedauere den Abschied von Ralf“, sagte dementsprechend DTM-Chef Hans-Werner Aufrecht: „Er war in den letzten Jahren ein großer Publikumsliebling.“ Ersetzt wird Schumacher durch Pascal Wehrlein, bereits 2012 für Mücke in der Formel 3 unterwegs. Der 18-Jährige ist der jüngste DTM-Pilot aller Zeiten.