Motorsport

Vettels „hungrige Heidi“ zu schnell für die geschockte Konkurrenz

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel schockte die Konkurrenz beim Freitagtraining in Melbourne mit einer klaren Bestzeit und unterstrich damit seine Ambitionen auf den vierten Titel in Folge bereits zum Saisonauftakt.

Dabei trug der Heppenheimer einen neuen, weißen Helm, der dem von „Sky-Diver“ Felix Baumgartner nachempfunden ist. Der österreichische Extremsportler hatte mit einem Fallschirmsprung aus dem Weltall im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt. „Es war ein guter Tag für uns“, sagte Vettel: „Man darf einen Freitag aber generell nicht überbewerten, auch wenn es der erste Freitag des Jahres ist.“ Die ersten Punkte der Saison werden am Sonntag (7.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) verteilt.

So schnell wie Baumgartner bei seinem freien Fall aus 39 Kilometer Höhe war Vettel beim freien Training im Albert Park zwar nicht, doch schnell genug für die Konkurrenz allemal. Der 25-Jährige setzte in 1:25,908 Minuten die Bestzeit vor seinem Teamkollegen Mark Webber (Australien/1:26,172) und Mercedes-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden/1:26,322). Vettels großer Rivale Fernando Alonso (Spanien/1:26,748) musste sich im Ferrari mit mehr als acht Zehntelsekunden Rückstand mit Platz sechs zufrieden geben. Vor den zweimaligen Champion schoben sich die Lotus-Piloten Kimi Räikkönen (Finnland/1:26,361) und Romain Grosjean (Frankreich/1:26,680) auf den Rängen vier und fünf.

Nachdem es zuletzt viele Spekulationen über die Qualität des neuen Red Bull RB9 gegeben hatte, ließ Vettel seine „Hungry Heidi“ auf dem 5,303 Kilometer langen Stadtkurs von der Leine. Sowohl im ersten als auch im zweiten Training dominierte er. „Das, was ich gerne habe, scheint das Auto auch zu machen“, lobte Vettel seinen Boliden. Die Leistung des Weltmeister-Teams beeindruckte auch Niki Lauda: „Red Bull ist unglaublich schnell, sie sind bestechend“, sagte der neue Aufsichtsrats-Chef von Mercedes: „Alles andere ist hinten relativ knapp beieinander.“ Die Leistung des eigenen Teams sei „im Großen und Ganzen in Ordnung. Das neue Auto geht auf jeden Fall besser als das alte“, sagte Lauda, obwohl kurz vor dem Ende der Trainingssession beide Silberpfeile abgestellt werden mussten.