Champions League

Juventus Turin als Gegner sorgt für Demut bei Bayern

Dortmund gegen Malaga in der ungeliebten Favoritenrolle

Toni Kroos schaute ziemlich ernst, als er Freitagmittag durch die Zentrale des FC Bayern zum Trainingsplatz ging. Der Fußball-Nationalspieler kam gerade aus der Lounge im Mannschaftstrakt, in der die Spieler die Auslosung des Champions-League-Viertelfinales am Fernseher verfolgt hatten. „Für mich ist Juventus Turin nach Barcelona das unangenehmste Los“, sagte der 23-Jährige.

Am 2. April treten die Bayern zunächst in München gegen den Tabellenführer der Serie A Italiens an, acht Tage später steigt dann in Turin das Rückspiel. Borussia Dortmund trifft auf den FC Malaga (3. und 9. April). Außerdem spielen Paris St. Germain gegen den FC Barcelona und Real Madrid mit den Deutschen Mesut Özil und Sami Khedira gegen Schalke-Bezwinger Galatasaray Istanbul.

Für die Dortmunder hätte es nicht besser laufen können: Sie haben in Malaga den wohl leichtesten Gegner zugelost bekommen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke warnt jedoch: „Malaga steht nicht umsonst in der spanischen Liga auf Rang vier, hat in der Gruppenphase den AC Mailand und im Achtelfinale Porto bezwungen.“ Er sieht die Gefahr, dass viele frühzeitig vom Halbfinale sprechen könnten. Doch auch er weiß: Wer in der Vorrunde Real, Manchester City und Ajax Amsterdam besiegt, ist gegen Malaga zu Recht Favorit. „Das Los ist in Ordnung. Besser als Barcelona, Madrid oder München“, sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Wiedersehen mit Torwart Buffon

Bayern gegen Juventus hingegen gab es zuletzt in der Saison 2009/10, in der Vorrunde gewannen die Münchner nach einem 0:0 im Hinspiel die zweite Partie in Turin 4:1. „Allerdings hat sich Juventus seither verändert, die Mannschaft ist jetzt viel besser“, sagte Arjen Robben. „Das ist kein Traumlos. Wir müssen zwei gute Tage erwischen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Es gibt viele Gründe, warum die Bayern großen Respekt vor Juventus haben. Die Mannschaft führt die Serie A souverän mit neun Punkten vor dem SSC Neapel an und hat in der Vorrunde Titelverteidiger FC Chelsea 3:0 bezwungen.

Zudem taten sich deutsche Fußballprofis gegen italienische Teams oft schwer. Bayern verlor 2010 das Endspiel und 2011 das Achtelfinale gegen Inter Mailand, die Nationalelf das EM-Halbfinale 2012 gegen Italien mit 1:2. Taktgeber in der Partie damals: der 33-jährige Andrea Pirlo. Auf ihn treffen sie nun wieder, wie auch auf Nationaltorwart Gianluigi Buffon (35).

Gerade die Cleverness des Gegners sorgt für Demut an der Isar. Es wird wohl darum gehen, Fußball zu arbeiten und sich auf einen Kampf einzustellen. „Juventus spielt sehr hart und ist taktisch exzellent“, spricht Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger von „abgezockten Italienern“.

Nach dem 0:2 im Achtelfinalrückspiel am Mittwoch gegen den FC Arsenal sprach Trainer Heynckes laut eigener Aussage „sehr, sehr deutlich“ die Fehler an. Die Bayern waren die Partie offensichtlich zu lässig angegangen.