Basketball

Alba kämpft sich zum Sieg gegen Ludwigsburg

Erst im letzten Viertel drehen die Berliner beim 89:76 auf

Gestern gab es nach den vielen Nackenschlägen gleich zwei gute Nachrichten für die Basketballer von Alba Berlin. Am Nachmittag wurde endlich bekannt, dass das Europaliga-Spiel in Bamberg um einen Tag auf den 20. März vorverlegt ist, sodass die Berliner vor dem Pokal-Halbfinale gegen Bayern München einen Tag mehr Pause haben. Für die zweite sorgte die Mannschaft am Abend selbst, als sie nach vier Niederlagen zuvor die Neckar Riesen aus Ludwigsburg mit 89:76 (45:47) bezwangen.

Coach Sasa Obradovic hatte aus der offensiv schwachen Vorstellung in Quakenbrück (56 Punkte) Konsequenzen gezogen und Je’Kel Foster und Albert Miralles auf die Tribüne geschickt. Für sie bot er Derrick Byars und Ali Traoré auf, und er wartete mit einer noch dickeren Überraschung auf: Sebastian Fülle, 20 Jahre jung und aus dem eigenen Nachwuchs, stand erstmals in der ersten Fünf und wurde von den 6878 Zuschauern für seine bissige Verteidigung mit Applaus bedacht. Byars hingegen erfüllte seine Erwartungen im Angriff. Alba führte durch zwei seiner Dreier im ersten Viertel zweimal mit einem Punkt, bevor Ludwigsburgs Lucca Staiger, in der vergangenen Saison noch für Alba tätig, an alter Wirkungsstätte zum 22:25 (10.) traf. Nach Byars’ drittem Dreier zum 27:27 schwächelte Alba in der Offensive erneut. In den folgenden vier Minuten erzielte lediglich Traoré drei Punkte, die Gäste hingegen elf – 30:38 (25.).

Staiger mit starken Szenen

Im Zusammenhang mit Staiger von alter Wirkungsstätte zu sprechen, ist nicht ganz korrekt, fristete er doch bei Alba über Jahre hinweg ein Leben auf der Bank. Dementsprechend motiviert ging er auch zu Werke. Acht Punkte in Folge von ihm vergrößerten Albas Probleme (32:41). Aber die Berliner kämpften sich mit einer Serie von Freiwürfen und einem Dreier von Heiko Schaffartzik wieder heran.

Auch nach der Pause blieb Staiger heiß. Nach seinen Dreiern vier und fünf lag Alba 58:64 zurück. Dieses Mal hielt vor allem DaShaun Wood die Berliner im Spiel. Im Schlussviertel spielten beide Teams noch immer nicht den besten Basketball, aber mit allerhöchster Intensität. Ludwigsburg, als Tabellen-16. angereist, kämpfte ums Überleben, die Berliner waren wild entschlossen, den Frust nicht noch mehr anwachsen zu lassen. Was dann auch spätestens beim 84:72 zweieinhalb Minuten vor dem Ende gelungen war. Byars (15 Punkte) und Traoré (13) gehörten zu den Spielern, die wie auch Wood (15), Zach Morley (15) und Yassin Idbihi (12) zweistellig punkteten. Alba hatte sich als Team ein Stück weit aus dem Loch gekämpft. „Wir wussten, dass wir alles geben mussten“, pustete Byars durch. „Ein wichtiger Sieg“, gestand Traoré, „denn unser Selbstbewusstsein war am Boden.“