Basketball

Albas Basketballer spielen in Quakenbrück gegen den Frust

Frustriert zu sein, kann viele Ursachen haben. Nimmt man das letzte Bundesligaspiel der Basketballer von Alba Berlin in Frankfurt, haderten die Spieler nach der Niederlage gegen den Tabellenvorletzten zu Recht mit der eigenen Leistung.

Am vergangenen Mittwoch war die Enttäuschung groß, weil sie zwar deutlich besser gespielt, aber gegen Efes Istanbul erneut verloren hatten. Und alle wissen, besser wird die Stimmung nur mit Siegen.

Und dieses so dringend nötige und herbeigesehnte Erfolgserlebnis wird am Sonntag (15 Uhr) sicherlich nicht auf einem Tablett serviert. Alba reist zu den Dragons nach Quakenbrück, und Geschäftsführer Marco Bald ahnt: „Das wird wieder eine heftige Schlacht im Artland – wie wir das schon so oft hatten.“ Zumal die Drachen, derzeit mit zwölf Niederlagen Tabellensiebte der Bundesliga, auch gefrustet sind. Die Mannschaft mit Albas ehemaligem Publikumsliebling Bryce Taylor kassierte zuletzt in Braunschweig (68:81) und Oldenburg (68:84) zwei klare Niederlagen und will sich vor den eigenen Fans rehabilitieren.

Zudem gibt es im flachen Land so etwas wie Revanchegelüste, denn im ersten Spiel der Saison machte Alba die Drachen zu Schoßhündchen, schickte sie in der O2 World mit einer 94:62-Packung nach Hause. „Ich hoffe, dass unseren Akteuren dieses Spiel noch im Gedächtnis ist und sie beweisen wollen, dass sie ein besseres Team sind als das, welches sich in Berlin präsentiert hat“, sagt Dragons-Co-Trainer Tyron McCoy. Wie den Gästen aus der Hauptstadt beizukommen ist, weiß der Mann, der als Spieler einst „The Cat“ genannt wurde, auch: „Wir dürfen die Berliner nicht in ihren Rhythmus kommen und uns von ihnen nicht in schlechte Positionen zwingen lassen, aus denen sie leicht Kapital schlagen können.“

Heimrecht für Play-off in Gefahr

Sollte das McCoys Männern gelingen und Alba mit einer Niederlage zurückkehren, wäre diese ähnlich ärgerlich wie das 62:65 zuvor in Frankfurt. Die Pleite am Main war in der Bundesliga die achte der Saison. Nach Niederlagen gerechnet sind Bamberg (3) sowieso und jetzt auch Oldenburg (7) vor den Berlinern. Auch Bayern München hat achtmal verloren, wäre aber bei Punktgleichheit wegen des besseren direkten Vergleichs vor Alba.

Verliert Alba in Quakenbrück, hätte das Team wie Ulm neun Niederlagen auf dem Konto. Die Ulmer haben in der O2 World gewonnen, das Rückspiel steht noch aus. Auch da steht es um den direkten Vergleich also nicht gerade bestens. Eine Niederlage in Quakenbrück brächte das Ziel, Anfang Mai als eines der ersten vier Teams und folglich mit Heimrecht in das Play-off zu starten, ernsthaft in Gefahr.

Dass Coach Obradovic aus dem Team, das sich gegen Istanbul achtbar schlug, wieder zwei Ausländer auf die Tribüne schicken muss, macht die „Schlacht im Artland“ sicherlich nicht leichter. Ob Heiko Schaffartzik, so er mit seiner Wadenzerrung spielt, nach drei Spielen Pause helfen kann, bleibt abzuwarten.