Geldstrafe

Hertha greift durch: Randalierer sollen für ihre Taten bezahlen

Kontrollausschuss ermittelt nach den Vorfällen in Dresden

Hertha BSC verschärft die Gangart gegen die Rowdies unter den eigenen Fans. Nach den erneuten Vorfällen am Sonnabend in Dresden (0:1) teilte der Verein mit: „Hertha BSC erachtet die Geschehnisse als nicht akzeptabel und verurteilt die Verwendung von Böllern, Pyrotechnik, Nebeltöpfen und Wurfgeschossen aller Art scharf. Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel – diejenigen, die sich dieser Mittel bedienen, stellen sich gegen die breite Masse der mitreisenden Fans.“ Die Erklärung ist unterschrieben von den Geschäftsführern Michael Preetz, Ingo Schiller und Thomas E. Herrich.

In der Stellungnahme heißt es weiter, dass der Verein die Polizeibehörden „vollumfänglich unterstützt“. Der Klub verschärft die Gangart gegenüber den Störenfrieden: „Sobald einzelne Täter identifiziert sind, werden diese von Hertha BSC zur Verantwortung gezogen und für den von ihnen zu verantwortenden Schaden in Regress genommen.“

Das ist eine neue Linie. In Dresden wurden aus dem Gästeblock heraus bereits mit dem Anpfiff Pyrotechnik, Böller und Rauchbomben gezündet. Kurz vor der Pause stand die Partie vor dem Abbruch. Zweimal war Dynamos Cristian Fiel aus dem Hertha-Block heraus mit verschiedenen Gegenständen beworfen worden. Am Ende konnte Fiel die Eckstöße nur treten, weil Ordner Regenschirme aufspannten. Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) schickte einen Extrabericht an den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der ist mittlerweile bei Anton Nachreiner gelandet, dem Vorsitzenden des DFB-Kontrollausschusses. Der DFB wollte sich zeitlich nicht festlegen, wie rasch die Ermittlungen nun gehen werden. In jedem Fall erwartet Hertha BSC eine erneute Geldstrafe. Bereits im Januar war der Aufstiegsaspirant wegen drei ähnlicher Vorfälle zu 17.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Die Probleme mit Teilen der eigenen Anhänger kommen Hertha sehr ungelegen. Alle Verantwortlichen wissen, dass der Hauptstadt-Klub nach den skandalösen Vorfällen beim Relegationsrückspiel in Düsseldorf (2:2) im Mai 2012 besonders im Fokus des DFB steht. Damals hatten Chaoten im Hertha-Block beim 1:2-Zwischenstand mit dauernden Pyros und Böllern den Abbruch der Partie erzwingen wollen. Doch der Wunsch von Herthas Chefs – „diese Saison dürfen wir uns nichts erlauben“ – hat sich nicht erfüllt. In Dresden gab es zum dritten Mal in den vergangenen Monaten bei Auswärtsspielen in den neuen Bundesländer unerwünschte Zwischenfälle. In Cottbus und in Aue wurde im Gästeblock Pyros gezündet. In Dresden kam ein Geschosshagel an Flachmännern, Münzen, Feuerzeugen, einer Klebebandrolle und einer Kassenrolle dazu. Wer so etwas wirft, nimmt Verletzungen von Spielern oder Ordern in Kauf – das ist gemeingefährlich und genau das Gegenteil an Unterstützung, die sich ein Verein wünscht.

Zudem erklärte die Geschäftsführung, dass Hertha sehr wohl innerhalb der Szene unterscheide. Aber Preetz, Schiller und Herrich nahmen auch die Mehrheit der friedlichen Anhänger in die Pflicht: „Von einer Pauschalverurteilung aller Fans sind wir weit entfernt. Um solche Vorfälle aber in der Zukunft zu vermeiden, wird es neben den Anstrengungen des Vereins erforderlich sein, dass die überwältigende Mehrheit unserer fantastischen Fans, die uns in Heim- wie Auswärtsspielen großartig begleiten, Hertha bei der dringend notwendigen Isolation der Einzeltäter unterstützt.“ Hertha wird künftig zu Auswärtsspielen seinen Sicherheitsbeauftragten sowie eigene Ordner mitschicken.