1. FC Union Berlin

Kompromisslos und fleißig

Der Kroate Roberto Puncec hat sich bei Zweitligist Union zur festen Größe in der Innenverteidigung entwickelt

„Einfach unglaublich.“ Roberto Puncec gibt den Enttäuschten. Da hatte der Kroate es endlich einmal geschafft, ein Tor für seinen Klub, den 1. FC Union zu erzielen, und dann wird es nicht einmal anerkannt. So geschehen im Heimspiel am vergangenen Freitag gegen Erzgebirge Aue (3:0). Doch sein Lachen zeigt schon, dass seine Aufregung nur gespielt gewesen ist. „Ich hatte den Ball tatsächlich vorher mit der Hand gespielt“, sagt Puncec, „es ist korrekt, dass das Tor nicht gegeben wurde.“

Starker rechter Fuß

Das Toreschießen zählt schließlich auch nicht zu seinen Hauptaufgaben bei Union. Der 21-Jährige ist für das Toreverhindern beim Berliner Fußball-Zweitligisten zuständig. Und auch wenn es in diesem Jahr bisher nur gegen Aue gelang, ein zu Null bis zum Abpfiff zu halten: Puncec ist in der Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus eine feste Größe in der Innenverteidigung und auch ein Hoffnungsträger, dass es im anstehenden Ostderby bei Energie Cottbus am kommenden Sonnabend (13 Uhr, Stadion der Freundschaft) erneut ein Erfolgerlebnis für den Kroaten geben kann. Wenn auch mit einem kleinen Makel: Ihm fehlt der linke Fuß.

Das ist natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint. So ist es kein Geheimnis, dass sich Puncec auf der rechten Innenverteidiger-Position wohler fühlt als auf der linken. „Es ist kein großer Unterschied, aber es ist ein Unterschied“, sagt Puncec über einen Einsatz auf der linken Seite. „Normalerweise spiele ich rechts, aber es ist auch kein Problem für mich, links zu spielen. Doch wenn ich den Ball auf dem rechten Fuß habe, ist es für mich einfacher“, sagt der Fußballprofi.

Das war auch zuletzt im Ligaspiel gegen Aue zu sehen, vor allem in der Spieleröffnung. Deshalb hatte Coach Uwe Neuhaus sich für eine Rochade seiner beiden Innenverteidiger Puncec und Christian Stuff entschieden. „Ich glaube, dass Puncec sich auf der linken Seite nicht so richtig wohl fühlt“, begründete der Trainer seinen Tausch. Der Erfolg gab ihm schließlich Recht.

Für Puncec selbst war es ein wichtiger Schritt, um an der Alten Försterei weiter auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich ist der Innenverteidiger nur für diese Spielzeit vom israelischen Erstligisten Maccabi Tel Aviv ausgeliehen. Und auch wenn bereits ein an die Ausleihe anschließender Vertrag bis Sommer 2015 ausgehandelt ist, steht noch nicht fest, ob Puncec auch über den Sommer hinaus das rot-weiße Trikot tragen wird. Die Perspektive für eine Weiterbeschäftigung ist aufgrund seines jungen Alters jedoch nicht die schlechteste.

Training auf hohem Level

„Es war ein bisschen schwierig, sich auf den deutschen Fußball umzustellen“, erklärt der Kroate: „Hier ist alles professioneller als in Israel. Jeder Spieler gibt in jedem Training hundert Prozent. Man muss also selbst auf einem hohen Level trainieren und sich verbessern, um nah an das Maximum zu kommen.“ Die Trainingsleistungen, dazu die kompromisslose Art des Verteidigers in den Zweikämpfen, haben Trainer Neuhaus bislang offenbar überzeugt.

Dass Glück und Pech zum Profidasein dazugehören, musste Puncec in den vergangenen Monaten auch erfahren. Gerade als er sich in der Startelf festgespielt hatte, setzte ihn im November vergangenen Jahres eine Syndesmose-Verletzung im Sprunggelenk des linken Fußes außer Gefecht. Und nach einem gelungenen Trainingslager in Spanien im Januar profitierte er zum Punktspielstart 2013 von der Erkrankung seines Mitspielers Stuff (Grippe). Mit dem Ergebnis: Alle fünf Partien des neuen Jahres bestritt Puncec über die volle Distanz.

„Ich würde gerne bei Union bleiben“, ließ der frühere U21-Nationalspieler seines Landes zu Beginn des Jahres wissen. Die zuletzt gezeigten Leistungen geben zumindest zu der Hoffnung Anlass, dass Puncec den Köpenickern noch länger erhalten bleiben wird.