Leichtathletik

Kugelstoßerin Schwanitz sorgt für einzigen EM-Titel

Mit einmal Gold und insgesamt fünf Medaillen haben die deutschen Leichtathleten bei der Hallen-EM in Göteborg einen versöhnlichen Abschluss gefeiert.

Im Scandinavium holte Kugelstoßerin Christina Schwanitz mit 19,25 m im letzten Versuch noch den einzigen Titel für das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Silber ging an Stabhochspringer Björn Otto und Corinna Harrer über 3000 m, Bronze sicherten sich Weitspringer Christian Reif und wie schon 2011 Malte Mohr im Stabhochsprung. Zuvor waren die DLV-Athleten nach einigen Enttäuschungen zwei Tage lang leer ausgegangen. Die Ausbeute war letztlich deutlich magerer als 2011 in Paris (zehn Medaillen), ohne einige Stars wie Kugelstoß-Weltmeister David Storl und mit zahlreichen Nachwuchshoffnungen kam das aber auch nicht unerwartet.

Vor allem Schwanitz machte mit ihren ersten großen Titel Hoffnungen für die WM in Moskau im August. Erst im letzten Versuch schob sie sich noch vom dritten auf den ersten Platz. „Beim letzten Versuch habe ich einfach meinen Körper machen lassen, der weiß schon, wie das geht“, sagte die 23-Jährige aus Thum. Den Sprung auf das Treppchen verpasste am Sonntag dagegen Verena Sailer (Mannheim), die über 60 m in 7,18 Sekunden beim Sieg der Bulgarin Tezdzhan Naimova (7,10) Achte wurde

Der Kölner Olympia-Zweite Otto musste sich zum vierten Mal nacheinander bei Großereignissen hinter dem überragenden Olympiasieger Renaud Lavillenie mit Silber begnügen. Nach übersprungenen 5,76 m sparte er sich seine Versuche auf und scheiterte letztlich bei der deutschen Rekordhöhe von 6,01, die Lavillenie gleich im ersten Anlauf schaffte. Mohr hatte am Ende ebenfalls 5,76 m zu Buche stehen, der Olympia-Dritte Raphal Holzdeppe (Zweibrücken) wurde mit 5,61 m Achter.

Zum ersten Mal auf dem Treppchen bei einer Hallen-EM standen der Rehlinger Reif und die Regensburgerin Harrer. Reif, Freiluft-Europameister von 2010, kam auf 8,07 m und musste sich nur Goldgewinner Aleksander Menkow aus Russland (8,31 m) sowie dem Schweden Michel Torneus (8,29) geschlagen geben. „Ich bin sehr zufrieden und habe mein Medaillenziel erreicht“, meinte Reif. Titelverteidiger Sebastian Bayer aus Hamburg war am Sonnabend überraschend bereits in der Qualifikation gescheitert. Nach einem Zielfoto-Entscheid und mit nur vier Hundertstel Vorsprung auf die drittplatzierte Fionnuala Britton aus Irland freute sich Corinna Harrer (9:00,50 Minuten) über Silber. Gold sicherte sich Sara Moreira aus Portugal in 8:58,80 Minuten. „Das ist unglaublich. Ich habe in der Nacht davon geträumt, eine Medaille zu gewinnen.“