DFB-Pokal der Frauen

Turbine kämpft sich nach Verlängerung ins Pokal-Finale

Bis zur Verlängerung war es eine hart umkämpfte, ausgeglichene Partie – dann zog Turbine Potsdam noch eindeutig davon.

Der Deutsche Meister qualifizierte sich nach dem VfL Wolfsburg für das Endspiel um den DFB-Pokal im Frauenfußball nach einem anstrengenden Nachmittag über 120 Minuten. Turbine bezwang im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion den Pokalverteidiger Bayern München nach Verlängerung 4:1 (0:0/1:1). Danach reichte die Kraft immerhin noch zu einem Tanz in der Kabine zu Discomusik. Die Wolfsburgerinnen hatten bereits am Sonnabend durch einen 5:0 (1:0)-Sieg über den SC Freiburg den Sprung ins Finale am 19. Mai in Köln geschafft.

„Das hohe Ergebnis täuscht über das Spielgeschehen hinweg. Der Elfmeter in der 102. Minute war ein Segen – das war die Wende“, urteilte Turbine-Coach Bernd Schröder nach dem mühevollen Halbfinal-Sieg. „Es wird ein tolles Endspiel gegen Wolfsburg, aber wir werden uns steigern müssen“, erkannte der 70-Jährige. In der zweiten Hälfte hatten sich die Gastgeberinnen in Potsdam vor 2 260 Zuschauern – unter ihnen auch der Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck – leichte Vorteile erkämpft. Das 1:0 durch Lisa Evans (52.) war der Lohn. In den letzten 15 Minuten schienen die Potsdamerinnen mit ihrer Kraft aber am Ende und kassierten durch Sarah Hagen (81.) nach einer technischen Meisterleistung den Ausgleich.

In der Verlängerung schienen die Gäste aus München die besseren Karten zu haben, aber der Elfmeter stoppte den Bayern-Elan. Yuki Ogimi verwandelte den Strafstoß (102.) für Potsdam, den Amber Brooks durch ein Foul an Evans verursacht hatte. Danach lief es fast reibungslos für die „Torbienen“. Das 3:1 (118.) machte wieder die Schottin Evans, Pauline Bremer (120.) schoss gegen die wehrlosen Münchnerinnen das 4:1.

Die erst 16-Jährige jubelte: „Ich bin cool geblieben, habe versucht, mich nicht beeindrucken zu lassen. Dass ich noch ein Tor gemacht habe – Wahnsinn“. Höchstes Lob kam von Cheftrainer Schröder: „Pauline war eine der besten Spielerinnen auf dem Platz und das in so jungen Jahren“. Doppeltorschützin Evans stieß ins selbe Horn. „Sie hat einen tollen Job gemacht.“

Am Vortag war der Bundesliga-Spitzenreiter Wolfsburg durch Treffer von Alexandra Popp, Luisa Wensing, Martina Müller (zwei) und der Ex-Potsdamerin Conny Pohlers zum Sieg über Freiburg gekommen. In der 68. Minute hatte der SC Carmen Höfflin durch Platzverweis verloren.