1. FC Union

Mutmacher für das Saisonfinale

Özbek, Mattuschka und Jopek nähren Aufstiegsträume bei Union

Den Waldlauf am Tag nach dem Sieg gegen Erzgebirge Aue (3:0) hatte Baris Özbek als einer der Ersten beendet. Als wollte der Mittelfeldspieler des 1. FC Union zeigen: Da geht noch etwas. Nicht nur im Hinblick auf das Saisonziel (Platz fünf bis sieben), sondern eventuell doch noch in Richtung Relegationsplatz.

Die kleine Hoffnung ist durch das Remis von Kaiserslautern gestern gegen Bochum (0:0) ein wenig größer geworden. Vor allem aber dank der Leistung der Köpenicker, an der Özbek nicht unbeteiligt gewesen ist. Zusammen mit Torsten Mattuschka und Björn Jopek zeigte er, was spielerisch möglich sein kann bei Union.

„Die Jungs sind technisch gut versiert“, lobte Özbek seine Mitspieler: „Wir haben im Training schon mal ein bisschen Hacke, Spitze, eins, zwei, drei gespielt. Ich sage auch immer wieder: Jungs, wir müssen diesen One-Touch-Fußball reinbekommen, einfach das Spiel schneller machen.“ Gegen Aue hat dies bereits gut funktioniert. Phasenweise bekam man das Gefühl, als würden die Drei schon länger zusammenspielen als nur einige Wochen. „Es sind eben gute Fußballer“, sagte Trainer Uwe Neuhaus.

Und es war nicht nur das spielerische Verständnis, auch das taktische Verhalten machte Mut für das letzte Saisondrittel. Gerade in der ersten Halbzeit sah man Özbek immer wieder in die Mitte streben, sogar auf der linken Seite tauchte der Winterzugang einige Male auf. Mattuschka und Jopek verschoben sich dann entsprechend in die Mitte oder auf rechts. Eine Variabilität, die nicht zuletzt dank Özbek erst möglich geworden ist. „Ich wurde ja auch geholt, um spielerische Akzente zu setzen und auch meine Erfahrung einzubringen, die ich mir international geholt habe“, sagte der Ex-Profi von Fenerbahce Istanbul und Trabzonspor erklärend, nicht überheblich. „Dadurch, dass die Rautenspieler öfter auch mal nach innen ziehen, wird es immer gefährlich. Das ist für den Gegner schwer zuzustellen“, so Mattuschka, der dadurch auch nicht mehr so oft gezwungen ist, den Ball durch eine Körperdrehung abzusichern. „Vielleicht hatte das etwas damit zu tun, dass er nicht die entsprechenden Mitspieler um sich hatte“, so Özbek.

Nun jedoch hat Union ein Trio, das zum Träumen einlädt. Mattuschkas Führungsqualität und Übersicht, die auch mal einen Pass nach hinten vorsieht, Özbeks technische Möglichkeiten sowie Jopeks Spielverständnis und „Präsenz auf dem Platz“ (Neuhaus) – drei Trümpfe, die auch in den restlichen zehn Partien stechen sollen. Dabei ist Özbek immer noch nicht bei hundert Prozent: „Der Trainer hat vor dem Aue-Spiel gesagt: Baris, tobe dich richtig aus. Also habe ich das umgesetzt. Ich wollte auch nicht sagen, ich mache hier und da mal ein bisschen weniger, damit ich 90 Minuten durchhalte.“ Doch Özbek tut derzeit alles, damit es bald auch über die volle Distanz reicht. Nicht nur beim Waldlauf.