Wintersport

Skispringer jubeln nach Rechenfehler über WM-Silber

Edelmanns Sturz kostet Kombinierer Goldmedaille

Erst rettete Kombinations-Weltmeister Eric Frenzel nach Tino Edelmanns Sturzpech Bronze im Team-Sprint, danach wurde der starke Auftritt der Skispringer im Mannschafts-Wettbewerb unverhofft versilbert: Am vorletzten Tag der nordischen Ski-WM in Val di Fiemme fuhren die deutschen Wintersportler die Medaillen vier und fünf ein und stehen damit vor einem versöhnlichen WM-Abschluss. Den Tag rundete der fünfte Platz von Langläuferin Nicole Fessel über 30 km ab.

In einer packenden Team-Entscheidung auf der Großschanze waren die DSV-Adler Andreas Wank, Severin Freund, Michael Neumayer und Richard Freitag zunächst hinter den überlegenen Österreichern sowie knapp hinter Norwegen auf Platz drei geflogen und hatten über Bronze gejubelt – die viertplatzierten Polen lagen nur 0,8 Punkte zurück. Doch ein Rechenfehler beim ersten Sprung von Norwegens Anders Bardal ließ die Skandinavier nach dem deutschen Protest auf Rang vier zurückfallen, Deutschland hatte Silber.

Zweimal Siegerehrung

„Man stellt sich gar nicht vor, wie schwer Rechnen ist. Für uns ist jede Medaille eine gewonnene, aber zu Gold fehlt noch etwas“, sagte Bundestrainer Werner Schuster, nachdem seine Jungs wegen der ausstehenden Entscheidung der Jury die erste Siegerehrung verpasst hatten. „Aber die eigentliche Medaillen-Übergabe am Abend ist ohnehin viel schöner“, sagte Freund. Letztmals hatte die deutsche Mannschaft von der Großschanze 2001 in Lahti auf dem Podest gestanden, als Sven Hannawald und Martin Schmitt den deutschen Vierer sogar zu Gold geführt hatten.

Aufatmen durften die Österreicher, die fast schon unter Siegzwang standen: Zum siebten Mal in Folge holten die Austria-Adler bei einem WM-Teamspringen die Goldmedaille. Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Wolfgang Loitzl und Manuel Fettner verhinderten damit eine WM ohne jeden Titel. Das hatte die Alpenrepublik zuletzt 2003 erlebt – auch in Val di Fiemme.

Am Nachmittag hatten die Kombinierer zuvor nach einem famosen Schlussspurt von Eric Frenzel Bronze geholt, den möglichen zweiten Titelgewinn binnen 48 Stunden aber durch folgenschweres Malheur Edelmanns vergeben. „Der Sturz war meine Schuld, ganz klar. In dem Moment ist eine Welt zusammengebrochen“, sagte der untröstliche 27-Jährige mit Tränen in den Augen.

Auf seiner letzten Runde hatte sich Edelmann im Kampf um Gold ohne Fremdeinwirkung bäuchlings in den Schnee gelegt, Frankreich und Österreich waren auf und davon. „Ich bin mit der Skispitze an einem Schneebuckel hängen geblieben“, schilderte Edelmann.

Als Schlussläufer der als Sprung-Beste mit Vorsprung in den Langlauf über 10x1,5 km gegangenen Deutschen fing Frenzel auf der Zielgeraden noch den Japaner Akito Watabe ab. Gold holte souverän Frankreich vor Österreich, für den überragenden Jason Lamy-Chappuis war es bereits der dritte Titel in Val di Fiemme.

Im letzten Frauen-Rennen der WM gewann Norwegens Langlaufstar Marit Björgen im Spurt vor ihrer polnischen Erzrivalin Justyna Kowalczyk, es war ihr viertes Gold in Val di Fiemme und der zwölfte WM-Titel insgesamt.