Borrusia Dortmund

Lewandowski mit Doppelpack

Ausgerechnet der begnadigte Stürmer führt Borussia Dortmund zum Sieg über Hannover. Klopp entschuldigt sich für Plagiatsvorwurf

Die Spekulationen um seine Zukunft blühen weiter, zumindest auf dem Rasen schaffte Robert Lewandowski Fakten. Polens „Fußballer des Jahres“ therapierte Borussia Dortmund nach dem schmerzlichen Pokal-Aus bei Bayern München (0:1) mit seinen Saisontoren Nummer 15 und 16 und bestätigte nachdrücklich, dass ihn der Rummel um seinen angeblich feststehenden Wechsel zum designierten Titelträger an die Isar mental überhaupt nicht tangiert.

„Wenn es eines Beweises bedurft hat, dass Menschen trotz Schlagzeilen gut funktionieren können, dann hat Robert ihn heute geliefert“, sagte Trainer Jürgen Klopp und fasste die Vorstellung seines Torjägers nach dem 3:1 (2:1) gegen Hannover 96 mit einem Satz zusammen: „Das war richtig stark.“

Zumal „Lewi nur zwei Wochen vor sich hintrainieren konnte und keine Spielpraxis hatte. So hat er ja auch in München gespielt“, merkte der BVB-Coach an. Zumindest eröffnete das DFB-Bundesgericht dem polnischen Nationalspieler mit der Reduzierung der Rotsperre von drei auf zwei Spiele die Chance zur Generalprobe für das Achtelfinal-Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk.

Der Hauptdarsteller selbst wollte seine Gala nicht so hochgehängt sehen. „Nach der Niederlage in München war das Spiel heute sehr wichtig. Hauptsache drei Punkte“, sagte der 24-Jährige. „Wir müssen am Dienstag noch besser spielen“, appellierte Lewandowski, der seine Chancen auf den Titel des Bundesliga-Torschützenkönigs wahrte, aber seinen Fokus klar auf die Ziele des BVB in Meisterschaft und Königsklasse legt.

Mit Hummels gegen Donezk

Lewandowski, der in seinen letzten sechs Bundesligaspielen jeweils getroffen hatte und in 33 Pflichtspielen der laufenden Saison an 31 Treffern der Borussen direkt beteiligt war, hätte seine Torquote sogar noch höher schrauben können. Neun Torschüsse wurden für ihn registriert, obwohl er wegen der Nominierung von Julian Schieber, der mit seinem ersten Bundesligator für Schwarz-Gelb (72.) den Schlussakkord setzte, auf der Position hinter der Sturmspitze aufgeboten wurde.

Klopp war zufrieden, mit Lewandowski sowieso, aber auch mit dem Spiel seiner Mannschaft, die eine Trotzreaktion auf den Rückschlag in München zeigte. „Wenn man das Offensiv-Spektakel sieht, war es ein sehr gutes Spiel“, resümierte der BVB-Coach und ließ sich über die zwischenzeitlichen Unkonzentriertheiten wie beim Anschlusstreffer zum 2:1 durch Mohammed Abdellaoue (40.) nicht weiter aus.

„Jetzt heißt es, die Balance zur Champions League wiederzufinden, die wir hatten und die uns ausgezeichnet hat“, meinte Sportdirektor Michael Zorc, der auf die Rückkehr des erkrankten Mats Hummels (grippaler Infekt) am Dienstag hofft. Zudem werden auch Mario Götze und Lukasz Piszczek wieder zur Anfangsformation gehören.

Dortmund ließ Hannover nicht den Hauch einer Chance, wie schon beim 5:1 im Pokal-Achtelfinale im Dezember. „Wir haben in der ersten Halbzeit keinen Zugriff bekommen und konnten uns nur kleinere Chancen erspielen, ohne dass es brannte bei der Borussia“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka. „Eigentlich wollten wir anders auftreten als im Pokal hier, aber am Ende war es ein verdienter Sieg des BVB.“

Vor der Partie hatte Jürgen Klopp noch Entspannungspolitik in den übertragenden Live-Medien betrieben, indem er sich bei seinem Münchner Kollegen Jupp Heynckes für seinen Vergleich der Geschäftspolitik des FC Bayern mit Plagiaten der chinesischen Industrie entschuldigte. „Das Letzte, was ich will oder wollte und jemals getan habe, war, irgendeinem Kollegen den Erfolg zu neiden“, sagte Klopp, nicht ohne eine Prise Humor: „Ich bin ja schon froh, dass sich nicht auch noch die Chinesen gemeldet haben.“

Seine Aussage sei unnötig hochgekocht worden. „Ich gönne Heynckes seine Erfolge. Wir haben nicht das Anrecht darauf, die Ersten zu sein“, betonte Klopp.