Personalien

Greuther Fürth feuert Trainer Mike Büskens

Trennung nach dem Nachmittagstraining

Die SpVgg Greuther Fürth greift im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga nach dem letzten Strohhalm und trennt sich von Trainer Mike Büskens. 180 Tage nach der lange ersehnten Premiere des Traditionsklubs in der Erstklassigkeit hat der Tabellenletzte seinen Aufstiegshelden entlassen – nachdem Büskens noch das Nachmittagstraining am Mittwoch geleitet hatte. Zunächst soll U23-Trainer Ludwig Preis die Mannschaft übernehmen. Sportdirektor Rouven Schröder wird den 41-Jährigen am Sonntag beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen unterstützen.

Angesichts von 14 Punkten Rückstand zum rettenden Ufer und nur zwei Saisonsiegen sahen die Fürther keine andere Möglichkeit, als sich nach dreieinhalb Jahren von dem Ex-Profi zu trennen. Noch vor gut zwei Wochen hatte es nach dem sensationellen 2:1-Sieg beim Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 so ausgesehen, als ob sich die Dinge für die Fürther und ihren Trainer zum Guten wenden könnten. Doch nach jeweils 0:1-Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und bei Mit-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf war Büskens' Kredit aufgebraucht. Mit ihm verließ auch Co-Trainer Mirko Reichel die Spielvereinigung Greuther Fürth, der er seit 1998 angehörte.

Harte Worte des Präsidenten

Die Aussagen des Präsidenten Helmut Hack nach bitteren 90 Minuten in Düsseldorf hatten allerdings schon angedeutet, dass die Zeit großer Worte vorbei sein würde: „Das hatte nichts mit Bundesliga zu tun. Wir haben nicht die Mindest-Qualität, die man für diese Liga braucht.“ Dennoch betonte Hack noch am Sonnabend, Büskens müsse sich vorerst keine Sorgen um seine Zukunft machen. Nach langen Diskussionen in den Tagen nach dem Spiel rang sich der Klub aber durch, den Trainer zu wechseln. Schon bevor die ersten Gerüchte von Büskens' Entlassung die Runde machten, hatte Hack ein Bekenntnis zum Coach vermieden. „Es geht um den Verein, nicht allein um den Trainer. Wir müssen uns mit allen Optionen beschäftigen“, sagte er den Nürnberger Nachrichten: „Wir brauchen einen Impuls.“

Eigentlich spricht nichts mehr für den Fürther Klassenerhalt, Büskens' Nachfolger steht vor einer „Mission Impossible“. 12 Punkte und 13 Tore aus 22 Spielen – alle 165 Minuten ein Tor, 0,54 Punkte pro Spiel. Die Horror-Bilanz einer Mannschaft, die, so sah es Hack am Sonnabend, „so in der Bundesliga nichts zu suchen hat“. Aber er sagte auch: „Wir sind noch dabei.“ Und solange das so bleibe, gebe es doch keinen Grund, aufzugeben.

Büskens wirkte in Düsseldorf, wo er einst selbst gespielt hatte, hilflos. Der Uefa-Cup-Sieger von 1997 (mit Schalke 04), der einen Vertrag bis zum Saisonende besitzt, flüchtete sich in Phrasen. Das Leben sei eben „nicht immer rosarot“, sagte er, wer häufig hinfalle, müsse „auch immer wieder aufstehen“, und das werde er tun: „Bis zum letzten Tag meines Lebens!“

Als Messias gefeiert

Dabei war Büskens in Fürth beim Aufstieg im vergangenen Mai noch wie ein Messias gefeiert worden. Der gebürtige Düsseldorfer, der auf dem Feld ein zuverlässiger Arbeiter und als Trainer stets ein Freund ehrlicher Worte war, verlieh der Fürther Mannschaft seit seiner Amtsübernahme im Dezember 2009 immer mehr Profil. Er verpasste 2011 den Aufstieg nur knapp und erzwang dann ein Jahr später den Franken so lange ersehnten Sprung ins Fußball-Oberhaus.

Am Abend bestätigte Kapitän Mergim Mavraj spox.com, dass die Mannschaft informiert worden sei. „Eine Trainerentlassung ist immer eine traurige und schwierige Situation, besonders, wenn man gemeinsam Erfolge gefeiert hat“, sagte Routinier Thomas Kleine dem kicker: „Das müssen wir erst einmal verarbeiten.“