Fußball

Van der Vaart erlöst den HSV mit Traumtor

Rafael van der Vaart kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.

Immer wieder musste der Regisseur des Hamburger SV sein Traumtor erklären. „Ich habe einfach mal draufgehalten“, sagte er nach seinem spielentscheidenden Hammer (24.) aus rund 25 Metern zum 1:0 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach: „Als der Ball meinen Fuß verlassen hatte, wusste ich sofort, dass er reingeht.“

Van der Vaart war hinterher sichtlich erleichtert. Der Niederländer schoss seinen HSV gegen die müden „Fohlen“ nicht nur auf Europapokal-Kurs, sondern feierte auch seine ganz persönliche kleine Auferstehung. Ohne die Geniestreiche des 30-Jährigen wirkte das Spiel der Hamburger zu Rückrundenbeginn uninspiriert. „Schade, dass wir nicht noch einmal gegen Gladbach spielen“, sagte er nun nach dem Ende seiner 1066 Minuten dauernden Durststrecke ohne Tor. Letztmals hatte er beim 2:2 im Hinspiel getroffen.

Und wieder war es ein Treffer der Marke „Tor des Monats“. Nach einem Ballgewinn überbrückte van der Vaart mit ein paar schnellen Schritten das Mittelfeld, legte sich den Ball auf den starken linken Fuß und drosch das Spielgerät unhaltbar für Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen in den linken Winkel. Hinterher wurde dem Genius ausführlich gehuldigt. „Traumtor“, meinte Sportdirektor Frank Arnesen. „Sensationell gemacht“, urteilte Marcell Jansen. „Wir kennen ja seine Qualität“, sagte Trainer Thorsten Fink.

Die Gladbacher hingegen verließen die Hansestadt völlig bedient. Den „Fohlen“ steckte beim HSV nach nur 41 Stunden Pause noch der kraftraubende Europapokal-Abend gegen Lazio Rom (3:3) in den Knochen. Und so war vom schnellen Umschaltspiel unter Trainer Lucien Favre an der Elbe vor 54.558 Zuschauern nichts zu sehen. Trotzdem meinte Sportdirektor Max Eberl: „Wir waren spielbestimmend und haben kaum etwas zugelassen. Ein Remis wäre verdient gewesen.“