Fußball

Reus-Gala lässt Dortmund jubeln

Drei Tore des Nationalspielers im Verfolgerduell gegen Frankfurt. Gelb-Rot für Schieber und Inui

Dank eines überragenden dreifachen Torschützen Marco Reus haben die Dortmunder Borussen den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga erfolgreich verteidigt. Drei Tage nach dem Champions-League-Auftritt bei Schachtjor Donezk in der Ukraine setzte sich der Deutsche Meister im Verfolgerduell souverän mit 3:0 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt durch. Dabei mussten die Westfalen nach der Gelb-Roten Karte gegen Julian Schieber (31.) lange in Unterzahl spielen.

Als der Ersatz für den Rot-gesperrten Robert Lewandowski, den es beim 1:4 eine Woche zuvor gegen den Hamburger SV erwischt hatte, wegen wiederholten Foulspiels den Rasen verließ, hatte Reus seine Mannschaft mit einem frühen Doppelschlag (8., 10.) bereits in Führung geschossen. In der 64. Minute machte der Nationalspieler mit Saisontor Nummer elf alles klar. Anschließend sah auch der Frankfurter Takashi Inui (74.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot.

„Ich freue mich mehr, dass wir das Spiel gewonnen haben, denn Frankfurt war richtig stark. Wir haben auch mit zehn Mann gut defensiv gestanden und auf Konter gespielt“, sagte Reus, der sich nach dem Abpfiff gleich den Spielball als Andenken gesichert hatte. BVB-Sportdirektor Michael Zorc meinte nach dem zweiten Liga-Dreierpack des 23-Jährigen: „Wir wissen, was Marco kann, aber das war natürlich Extraklasse. Nach so einem schweren Spiel am Mittwoch nun ein 3:0 – Riesenkompliment an die Truppe.“

Von Müdigkeit war bei den Borussen vor 80.500 Zuschauern drei Tage nach dem kraftraubenden Gastspiel in Donezk (2:2) nicht viel zu spüren. Von Beginn an gingen die Westfalen hohes Tempo und hatten bereits in der vierten Minute die Chance zur Führung, doch Eintracht-Torhüter Kevin Trapp klärte gegen Reus noch mit dem Fuß.

Wenig später nutzte der Nationalspieler jedoch nach einem Pass von Mario Götze seine zweite Chance zum 1:0 und anschließend ein präzises Zuspiel von Mats Hummels zum zweiten Treffer. Dabei hatte er jedoch Glück, dass Schiedsrichter Brych (München) nicht auf Abseits entschieden hatte. „Da war das Spiel eigentlich schon vorbei“, sagte Trapp später. Die Gäste bemühten sich zwar um druckvolle Angriffe, aber große Chancen ihres Teams sahen die 6200 Eintracht-Fans zunächst nicht.

Die frühen Treffer spielten hingegen dem BVB in die Karten, denn in der Folge konnten die Schwarz-Gelben aus einer gut organisierten Defensive ihre schnellen Angriffe starten. Die erste hochkarätige Chance zum Anschlusstreffer der Frankfurter vergab Sebastian Rode (41.).

Im Vergleich zum Spiel in Donezk präsentierte sich der BVB mit drei Veränderungen: Für Lewandowski kam Schieber zu seinem zweiten und am Ende nur kurzen Bundesliga-Einsatz im BVB-Trikot von Beginn an. Im defensiven Mittelfeld feierte Nationalspieler Ilkay Gündogan nach überstandener Zehenverletzung sein Comeback, und in der Abwehrkette bestritt der genesene Innenverteidiger Neven Subotic (Muskelfaserriss) sein erstes Pflichtspiel im neuen Jahr. Subotic und Gündogan bestätigten, warum sie derzeit nur schwer zu ersetzen sind.

Auch nach dem Wechsel bestimmte der BVB in Unterzahl die Begegnung und setzte die Eintracht unter Druck. Götze sowie Subotic hatten den dritten und sicherlich entscheidenden Treffer auf dem Fuß. Das dritte Tor von Reus nach sehenswerter Vorarbeit des nicht minder starken Götze war eine logische Folge der BVB-Dominanz.