Basketball

Alba verliert in der letzten Sekunde

Berliner sind in der Europaliga ganz nah am Sieg gegen Malaga, scheitern aber an ihren eigenen Fehlern

Es war besser, aber nicht gut genug. Alba kassierte in den Top 16 der Europaliga im siebten Spiel die sechste Niederlage: Das Team von Sasa Obradovic verlor gegen Unicaja Malaga 65:67 (42:34). 8477 Zuschauer sahen in der O2 World eine Berliner Mannschaft, der in Sachen Kampf und Hingabe nichts vorzuwerfen war. Unter dem Strich fehlte allerdings die Cleverness zum lang ersehnten Sieg. Alba verlor 0,6 Sekunden vor dem Ende durch einen Wurf von Marcus Williams. „Wir haben gekämpft, alles versucht und ich denke, ein gutes Spiel gemacht“, sagte Nihad Djedovic, der zusammen mit Deon Thompson mit jeweils 16 Punkten bester Berliner Werfer war. „Das Spiel mit dem letzten Wurf zu verlieren, ist genau das, was passiert, wenn es ohnehin nicht so läuft.“

Schneller Rückstand

Alba geriet wie zuletzt so oft gleich in Rückstand. Als Thompson erstmals traf, hatten die Gäste bereits sechs Punkte erzielt. Trotz eines erfolgreichen Dreiers von Je’Kel Foster enteilten die Gäste noch bis zum 9:16 (7.), dann kamen die Hausherren besser ins Spiel. Wobei half, dass Malaga bis auf Earl Calloway sehr schlecht traf. Was nicht in den Korb fiel, sicherten sich zumeist die Berliner, und mit dieser Überlegenheit bei den Rebounds und einigen sehenswerter Aktionen von Djedovic und Zach Morley kam Alba Punkt für Punkt heran, lag nur noch 20:22 zurück (10.).

Das zuletzt arg gebeutelte Selbstbewusstsein der Berliner wuchs. Sie führten durch Thompson bald 30:26 (15.). Dann glänzte DaShaun Wood mit bissiger Defense und den daraus resultierenden Ballgewinnen. Durch Thompson und Wood setzte sich Alba noch ein Stück weiter ab – mit 42:34 ging es in die Pause. Doch der Mangel an Selbstvertrauen war zuletzt nur ein Problem von Alba, zu viele Ballverluste ein anderes. In der ersten Halbzeit waren es erneut neun, Nummer zehn war dann einer der Gründe, weshalb Malaga schnell zurück ins Spiel fand. Ein anderer, dass Krunoslav Simon für die Gäste in anderthalb Minuten dreimal aus der Distanz traf – 42:45 (23.).

Von diesem Moment an gab es auf dem Parkett keinen Flecken mehr, wo nicht bis zum Letzten verteidigt wurde. Die Spanier waren ja nur mit einem Sieg mehr als Alba angereist, wollten unbedingt den dritten Erfolg. Alba zum anderen wollte sich mit einem Sieg aus dem Loch der Vorwochen werfen. Dennoch ging das dritte Viertel mit 9:21 verloren.

Suche nach weiterem Center

Die Berliner kämpften und eroberten dank Thompson und Djedovic die Führung zurück. Erst hieß es 59:57 (35.), 100 Sekunden vor Schluss noch 65:64. Dann vergab Alba Chancen, erst Djedovic mit Albas 18. Ballverlust, dann Wood mit einem desorganisierten Angriff. Das wurde bestraft: 0,6 Sekunden vor Schluss traf Marcus Williams seinen ersten Dreier. „Ich glaube, wir haben hart gespielt und einen Schritt nach vorn gemacht“, sagte Thompson. „Wir müssen positiv bleiben und uns gegenseitig aufbauen.“

Auch gestern war trotz Thompson und mit Blick auf den Kader Malagas mit drei Spielern zwischen 2,09 m und 2,17 m zu sehen, dass Alba für die Besten 16 Europas auf den Großen äußerst dünn besetzt ist. Dem soll abgeholfen werden. Auf die Frage, ob Alba auf der Suche nach einem weiteren Center sei, sagte Sportdirektor Mithat Demirel erst das obligatorische: „Wir haben die Augen auf und beobachten den Markt, ob es einen Spieler gibt der uns helfen kann.“ Dann aber doch: „Ja!“ Brian Randle hingegen wird nicht zurückkehren. Der Vertrag mit dem US-Forward, der sich gleich nach seiner Ankunft verletzte, lief Ende Januar aus und wurde nicht verlängert.