Spielertransfer

Lasogga ist sich mit Stuttgart schon einig

Im Sommer wird der VfB daher neues Angebot unterbreiten. Hertha will den Stürmer halten

Das Derby verfolgte Pierre-Michel Lasogga (21) dick eingepackt von der Vip-Tribüne des Olympiastadions. Seine Suspendierung bei Hertha BSC endet nach drei Tagen mit dem heutigen Training. Den Konflikt, der im Freitagtraining mit Kollege Maik Franz eskaliert war, haben die beiden Profis in einem Telefonat ausgeräumt. Ungewiss jedoch ist, ob der ehrgeizige Stürmer seinen Vertrag bis 2015 bei Hertha BSC erfüllen wird.

Wie die Morgenpost berichtete, hat der VfB Stuttgart dem Zweitligisten in der dritten Januarwoche ein konkretes Angebot für Herthas Stürmer unterbreitet. Das bestätigte Hertha-Manager Michael Preetz. „Der VfB hat uns kontaktiert, als wir in der Türkei im Trainingslager waren.“ Wenig später legten die Schwaben, die Bedarf in ihrer Offensivabteilung haben, eine Offerte vor. Demnach hätte Hertha bis zu vier Millionen Euro für Lasogga kassiert.

Preetz besprach die Personalie mit Trainer Jos Luhukay – und lehnte ab. „Pierre ist nach seiner langen Pause in einer Phase, wo er auf die Beine kommen muss“, sagte der Manager. „Pierre wird wieder seine Tore schießen und dann wird er für die Mannschaft wichtig sein. Und der Erfolg wird sich auch auf seinen Marktwert auswirken.“

Den potenziellen Marktwert von Lasogga schätzt Hertha weitaus höher ein als die gebotenen vier Millionen. Allerdings nahm Preetz seinen ehrgeizigen Stürmer auch in die Pflicht. „Pierre hat hart gearbeitet, aber es sind immer noch ein paar Meter zu gehen, bis er das alte Leistungsvermögen hat. Dann heißt es Geduld haben, weil da Kollegen sind, die bisher eine erfolgreiche Saison spielen.“

Auch beim VfB wurde der Vorgang bestätigt. „Wir halten den Spieler für ein großes Talent“, sagte Jochen Schneider, Direktor Sport in Stuttgart. „Jung und deutsch, Lasogga hätte super in unser Konzept gepasst.“ Dann lässt Schneider einen interessanten Satz folgen: „Wir waren uns mit dem Spieler einig.“

Schon viele Vereinswechsel

Lasogga ist ein Wanderer in der deutschen Fußball-Welt. Trotz seiner noch jungen Jahren stehen bereits die Stationen FC Schalke 04, Wattenscheid 09, Rot-Weiss Essen, VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und Hertha auf seiner Visitenkarte.

Nach der Hertha-Absage im Januar entschied sich der VfB für eine Zwischenlösung: Bis Saisonende wurde Federico Macheda (21) von Manchester United ausgeliehen. Doch in Sachen Lasogga bleiben die Schwaben hartnäckig. „Wir wollen im Sommer einen neuen Anlauf unternehmen“, sagte Schneider. Wohl wissend, dass im Fall des wahrscheinlichen Aufstiegs von Hertha der Marktwert von Lasogga steigen wird. Schneider: „Unser Interesse ist unvermindert groß.“