Eishockey

Eisbären-Manager Lee warnt nach Olympia-Aus vor Panik

Mit dieser Häme müssen die Cracks nun leben.

„Seit Sonntag ist Bietigheim das Cordoba in Österreichs Eishockey, Markus Peintner so etwas wie Hans Krankl 1978“, schrieb lustvoll die „Kronen Zeitung“. Deutschland wird bei den Winterspielen in Sotschi 2014 erstmals seit 1948 ohne seine Eishockey-Männer bei Olympia vertreten sein, stattdessen darf Österreich beim wegen des Auftritts vieler NHL Stars so prestigeträchtigen Turnier auflaufen.

Die Gescheiterten haben an der Schmach in dem Nest vor den Toren Stuttgarts schwer zu knabbern. Alois Schloder, der Kapitän des Bronze-Olympiateams von 1976, fordert sogar umgehend den Rücktritt von Uwe Harnos, dem Präsidenten des Verbandes DEB . „Seit 2011 geht es bergab. Da sollte sich ein Präsident schon fragen, welche Verantwortung er trägt“, so Schloder. Harnos ist bis 2014 gewählt.

Doch selbst aus dem fernen Amerika beklagte NHL-Star Christian Ehrhoff (Buffalo Sabres) nun den großen Bedeutungsverlust: „Die Nichtqualifikation ist ein großer Imageschaden, denn Olympia ist die größte Bühne.“

Peter John Lee warnte als Manager des Deutschen Meisters Eisbären Berlin, der vier Nationalspieler entsendet hatte, vor Kurzschlusshandlungen. „Der Verband, aber auch die Liga sollten die Gründe für das Olympia-Aus vor allem nun in Ruhe analysieren. Denn ich denke, es ist unserem Eishockey nicht dadurch geholfen, jetzt übereilte Entscheidungen zu fällen“, sagte Lee. Der mit einem Dreijahresvertrag ausgestattete Pat Cortina soll demnach als Bundestrainer weitermachen dürfen, nach Auffassung von Experten ist die Direktqualifikation für Sotschi 2014 schon bei Weltmeisterschaft 2012 mit Trainer Jakob Kölliker (Platz zwölf) verspielt worden. „Die WM beeinflusst die Weltrangliste. Und wenn wir in der Weltrangliste besser dagestanden hätten, dann hätten wir uns diese Qualifikation ersparen können“, sagte Cortina.

Offen ist noch, wie hoch der finanzielle Schaden durch das Olympiaaus ausfällt. Das hängt von den Zielgesprächen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund ab. Zumindest ist der DEB mit den Frauen in Sotschi dabei. Finanzielle Einbußen würden vor allem zu Lasten der Nachwuchsförderung zu gehen.

Das nächste Hauptaugenmerk gilt nun der WM im Mai, und da ist auf jeden Fall wieder mehr Demut angebracht. Auf die Frage, ob Deutschland die Olympiaqualifikation trotz der Pleite gegen Italien schaffe, hatte EHC-Verteidiger Constantin Braun getönt: „Ja, weil Deutschland gegen Österreich immer gewinnt.“ . Österreichs Teamchef Emanuel Viveiros spielte dieses Video seiner Mannschaft in der Kabine dann zur Motivation vor.