Wintersport

Zweites Gold für Neureuthers Kumpel

US-Skirennläufer Ted Ligety gewinnt nach dem Super-G auch die Kombination

Gold im Super-G hatte er schon, und mit dem Mut zum Risiko hat Ted Ligety aus den USA bei den Ski-Weltmeisterschaften in Schladming noch einen draufgesetzt. Sieben Jahre, nachdem er bei Olympia in Turin sensationell die Kombination gewonnen hatte, bewies er erneut seine Fähigkeiten im alpinen Zweikampf. Beherzt in der Abfahrt und angriffslustig im Slalom am Abend holte Ligety das dritte WM-Gold seiner Karriere, am Freitag im Riesenslalom will er nun auch noch seinen Titel von der WM in Garmisch-Partenkirchen 2011 erfolgreich verteidigen.

Bronze für Österreicher

„Mir ist völlig egal, ob ich jetzt der Superstar der WM bin, ich will nur gut Ski fahren“, sagte er grinsend. Seine Freude über den erneuten Gold-Coup aber war groß: „Unglaublich, verrückt“, sagte Ligety, der Platz sechs in der Abfahrt als Grundstein zum Erfolg ausmachte: „Das war eine riesige Überraschung, ich habe da mit den Spezialisten mitgehalten.“

Der grenzenlose Jubel im Zielraum am Fuße der Planai galt allerdings Romed Baumann. Der 27-Jährige gewann mit Bronze die erste Medaille für die österreichischen Männer. Nach Rang eins in der Abfahrt rettete der mäßige Slalomläufer einen Vorsprung von 0,17 Sekunden auf den überraschend viertplatzierten Finnen Andreas Romar ins Ziel. „Das war der Slalom meines Lebens“, sagte Baumann. Großer Verlierer war Top-Favorit Ivica Kostelic, der seinen Vorsprung auf Ligety nach der Abfahrt mit einem schwachen Slalom verspielte und mit 1,15 Sekunden Rückstand Rang zwei belegte.

Die Hoffnungen der gebeutelten Österreicher hatten zuvor noch einen Dämpfer erhalten. Benjamin Raich, 34 Jahre alter Weltmeister in der Kombination von 2005, lag nach einer hervorragenden Abfahrt noch gut im Rennen zumindest um eine Medaille, doch im Slalom war für den Doppel-Olympiasieger von 2006 nach einem „Einfädler“ früh Schluss. „Ich bin schwer enttäuscht“, sagte er. Dann aber hatten die gebeutelten Österreicher auch mal Glück: Der Norweger Aksel Lund Svindal, bereits Abfahrtsweltmeister, außerdem Kombi-Weltmeister 2009 und 2011 und Zweiter nach der Abfahrt, schied im Slalom aus. Schon beim Start zur hatte er sich zudem einen Muskelriss im Knie zugezogen.

Die guten Slalomfahrer waren am Ende im Vorteil. „Wir müssen schauen, dass wir da keine vier Sekunden bekommen“, sagte Christof Innerhofer (Italien), nach der Abfahrt 0,38 Sekunden hinter Baumann platziert. Innerhofer war bei der WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen Super-G-Weltmeister und immerhin Zweiter in der Super-Kombination – doch der sehr steile und extrem eisige Slalomhang in Schladming ließ ihm und den anderen, eher auf die Abfahrt spezialisierten Läufern fast keine Chance. Der Südtiroler Innerhofer seinerseits schied aus.

So konnte sich Deutschlands Hoffnunsgträger Felix Neureuther mit seinem Kumpel Ligety freuen. „Cool, ich freu mich sehr für ihn. Der Kerl hat schon oft bei mir daheim in Garmisch genächtigt. Ich gönne es ihm von Herzen, er hat zwei Wahnsinns-Leistungen abgeliefert. Respekt, das hat er sich absolut verdient“, schwärmte Neureuther, der heute im Team-Wettbewerb erstmals am Start gehen wird. „So ein Einstieg ist schon sehr wichtig für eine Weltmeisterschaft.“