Tennis

Nadal gelingt Comeback: „Es ist noch zu früh, mich zu beerdigen“

Die Rückkehr ist gelungen, die Fragen und Zweifel bleiben.

Nach seinem Premierensieg beim Tennisturnier in Vina del Mar (Chile) musste ein erleichterter Rafael Nadal (26) schon wieder die immensen Erwartungen dämpfen. Gerade erst hatte er nach einem 0:2-Rückstand im ersten Satz den argentinischen Qualifikanten Federico Delbonis mit 6:3, 6:2 bezwungen, da gab er wieder Auskunft über seinen Gesundheitszustand, sein Knie und natürlich seine Ambitionen für die French Open Ende Mai in Paris.

Nach mehr als siebenmonatiger Verletzungspause ist der einst beste Sandplatz-Spieler also wieder zurück. Einen Tag nach seinem Aufwärmsieg im Doppel zog er bei der beschaulichen Veranstaltung in Vina del Mar ins Viertelfinale ein. Nach knapp 90 Minuten beendete der Spanier seine Comeback-Schicht und stellte sich den immer gleichen Fragen. Wie fühlt sich das Knie an? Wann ist er wieder bei hundert Prozent? „Ich habe nicht vergessen, wie man Tennis spielt. Ich glaube, dass ich wieder mein früheres Niveau erreichen kann“, sagte er und betonte mit Blick auf seine schärfsten Rivalen und ein vermeintliches Ende der Dauerrivalen-Ära mit Roger Federer: „Ich bin nur ein Jahr älter als Novak Djokovic und Andy Murray. Es ist vielleicht noch nicht der Moment, mich zu beerdigen.“

Aber kann er wirklich das Grand-Slam-Turnier in Paris zum achten Mal gewinnen? „Die French Open sind noch Lichtjahre weg“, sagte Nadal. „Alles, was ich im Moment vor Augen habe, sind mein nächstes Doppel und mein nächstes Einzel-Match hier.“ Bislang hat er eine Operation am lädierten Knie vermieden, wird aber demnächst noch intensiver als bislang schon auf seinen Körper hören.

Geäußert hat sich der selbst nicht unverdächtige Nadal auch zum Prozess um den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes: „Ich verstehe nicht, warum Fuentes keine Namen nennt. Und ich verstehe nicht, warum die Richter ihn nicht auffordern, dies zu tun.“ Wegen Leuten wie dem einstigen Radstar Lance Armstrong hätten alle Sportler ein „zweifelhaftes Image“. Für Nadal ist klar, dass spanische Sportler nicht in die Affäre verwickelt sind. „Ich glaube, der Doktor hat mit ausländischen Sportlern zusammengearbeitet, aber weil er Spanier ist, wird der spanische Sport vorverurteilt“, so Nadal.