AC Mailand

Berlusconi nennt Balotelli „Negerlein“

Vor einem Monat wurden Kevin-Prince Boateng und der AC Mailand noch für ihr klares Signal gegen Fremdenfeindlichkeit im Fußball gelobt.

Jetzt sorgt Milans Vize-Präsident Paolo Berlusconi selbst für einen Rassismus-Skandal: Der Bruder des Klubeigners und ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat den dunkelhäutigen Stürmer Mario Balotelli (22), der gerade für 20 Millionen Euro Ablöse von Manchester City verpflichtet wurde, als „Negerlein“ bezeichnet. Wie auf einem Internetvideo zu hören ist, sagte der Herausgeber der Tageszeitung „Il Giornale“ bei einer Wahlkampfveranstaltung am Sonntag : „Jetzt gehen wir zum Negerlein der Familie, dem Hitzkopf“.

Im Internet löste Berlusconis offenbar scherzhaft gemeinte Äußerung heftige Kritik aus. Nutzer in sozialen Netzwerken riefen Balotelli dazu auf, ähnlich wie Boateng zu reagieren. Am 3. Januar hatte der gebürtige Berliner Boateng nach rassistischen Sprechchören gegnerischer Fans ein Testspiel der Mailänder in Busto Arsizio gegen den Club Pro Patria zum Abbruch gebracht. Weil er fortwährend verhöhnt wurde, schoss der dunkelhäutige Fußballer den Ball auf die Ränge, zog sein Trikot aus und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten ihm.