Fitness

Boxer Sturm verliert und liegt im Clinch mit den Verbänden

Der Blick leer, das Gesicht von den vorangegangenen zwölf Runden gezeichnet.

Felix Sturm dürfte die Nacht nach seinem 34. Geburtstag noch lange in schlechter Erinnerung behalten. Der frühere Boxweltmeister im Mittelgewicht musste gegen den bereits 39 Jahre alten Australier Sam Soliman die zweite Niederlage in Folge einstecken und hat seine Chance auf einen erneuten WM-Kampf in der Klasse bis 72 Kilogramm vorerst verspielt. Dem an Nummer eins der IBF-Rangliste (International Boxing Federation) geführten Soliman unterlag Sturm einstimmig nach Punkten: 111:116, 113:114, 113:114. Ein Ergebnis, das nur bedingt nachzuvollziehen war. „Das ist ein klares Fehlurteil“, beschwerte sich denn auch Sturms Trainer Fritz Sdunek.

Die 6000 Zuschauer in Düsseldorf waren ebenso konsterniert wie ihr Idol. Doch auch sie werden gemerkt haben, dass es Sturm zunehmend weniger gelingt, einen Kampf durchgängig zu gestalten oder gar zu dominieren. Er wirkt ausgebrannt, zollt vor allem seinem ständigen Gewichtmachen (nach eigenem Bekunden bis zu zehn Kilo) Tribut. Und Sturm, seit einiger Zeit ja Boxer und Manager in Personalunion, hat sich auf seinen Veranstaltungen negativ über Vertreter der jeweiligen Boxverbände geäußert. Das kann – in Zweifelsfällen – die Neigung zu Entscheidungen gegen ihn fördern. Ob seine Idee („Ich habe noch gute Jahre vor mir“), ins Super-Mittelgewicht (bis 76 Kilo) aufzusteigen, Abhilfe schafft, ist fraglich.