Eishockey

Im 100. Duell ein Jubiläumssieg der Eisbären in Mannheim

Einen kleinen Ausflug in die Geschichte boten die Eisbären am Freitag auf ihrer Homepage, als Countdown auf das Spiel bei den Adlern Mannheim.

Weil es ein beliebiges Duell der beiden Teams mit den meisten Meisterschaften in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) war, taten die Berliner das nicht. Es war die 100. DEL-Begegnung des EHC mit den Kurpfälzern, gegen kein anderes Team spielten die Berliner häufiger. Da darf man natürlich mal einen Blick zurück werfen.

In sieben Etappen also führte der Weg hin zu immer bedeutsameren, immer schöneren Siegen über die Adler. Auf Platz drei landete das legendäre 8:7 aus dem verlorenen Finale von 1998. Rang zwei belegte eines der dominantesten Auswärtsspiele der Berliner, die es je gab – das 4:0 im Finale 2005 auf dem Weg zur ersten Meisterschaft. Als ultimatives Highlight aller Duelle folgte, und es hätte kein anderes Spiel sein können, auf Platz eins das 6:5 n.V. aus der vierten Finalpartie im April 2012, als Mannheim schon fast Meister war, kurz vor Schluss mit drei Toren führte und Spiel und Titel trotzdem nicht gewann.

Immerhin, nachdem die Berliner ihnen den Titel des Rekordmeisters (sechs) abgenommen hatten, konnten die Adler noch von sich behaupten, die meisten Siege im ewigen Duell davongetragen zu haben. Aber das ist nun auch vorbei, im 100. Duell glichen die Eisbären zum 50:50 aus. Mit 4:3 (2:1, 1:1, 1:1) setzte sich der Meister durch, etwas überraschend allerdings.

Dass die Berliner überhaupt gut mithalten würden, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Mannheim ist in der Tabelle enteilt, die Eisbären kämpfen verzweifelt um Konstanz. Zudem wurden die Aussichten durch weitere Ausfälle nicht gerade verbessert. In Mark Katic und Jens Baxmann fehlten zwei Verteidiger wegen eines Magen-Darm-Virus, womit Trainer Don Jackson nur drei etatmäßige Abwehrkräfte zur Verfügung standen.

Alles schien dann auch seinen Lauf zu nehmen, als Mike Glumac, der am Ende noch einmal traf (54.), in Überzahl das 1:0 für die Adler erzielte (9.). Doch die Berliner zeigten sich gegen ein Spitzenteam einmal mehr zu einer besseren Leistung im Stande als sonst. Sie blieben konzentriert, geduldig – und gefährlich. Erst besorgte Constantin Braun in Überzahl den Ausgleich (15.), dann erzielte Frank Hördler das 2:1 (18.). Was schon erstaunlich war, denn die beiden sind Verteidiger und hatten hinten genug zu tun.

Selbst der Ausgleich im dritten Spitzenspiel in Folge – zuvor hatten die Berliner gegen Tabellenführer Köln verloren (1:3) und den Dritten Hamburg gewonnen (2:0) – durch einen Penaltyschuss von Ronny Arendt (32.) brachte den EHC nicht aus dem Konzept. André Rankel (35.) und Florian Busch (44.) schossen die Eisbären zum 4:2. Was sich dabei auch zeigte war, dass Neuling Corey Locke sich immer besser einfindet – er bereitete drei Tore vor. Als Lohn gab es sogar den dritten Tabellenplatz für den Titelverteidiger.