Bundesliga

Petersen erlöst Werder mit einem Doppelschlag

Später Sieg im 50. Nordderby gegen Hannover

Nils Petersen hat Werder Bremen vor einem kompletten Fehlstart in der Rückrunde bewahrt. Der Stürmer erzielte beide Treffer zum 2:0 (0:0) im 50. Bundesliga-Nordderby gegen Hannover 96 und bescherte den Hanseaten damit den ersten Sieg im Jahr 2013. Der Sieg war hochverdient, auch wenn die Tore durch Petersen (85. und 88. Minute) sehr spät fielen. Für den früheren Cottbuser waren es die Saisontreffer Nummer acht und neun.

„Der Sieg ist absolut verdient. Die Mannschaft hat sehr konzentriert agiert und viele Dinge besser gemacht als in den ersten beiden Spielen. Es wäre furchtbar gewesen, wenn wir die Torchancen nicht genutzt hätten“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. 96-Mittelfeldspieler Jan Schlaudraff war enttäuscht: „Wir hatten in der zweiten Halbzeit kaum mehr etwas entgegenzusetzen.“

Chaoten randalieren auf Bahnhof

Werder war nach zuletzt zwei Niederlagen und 2:8 Gegentoren um Wiedergutmachung bemüht. Im Mittelfeld übernahm Aaron Hunt nach überstandener Oberschenkelverletzung wieder das Kommando. Mit Pressing setzte die Mannschaft von Trainer Schaaf die Hannoveraner unter Druck und erspielte sich bei Dauerregen ein Übergewicht und Chancenplus. Nach 20 Minuten standen bei den Bremern bereits zehn Torschüsse zu Buche. Der verschwenderische Umgang mit den Tormöglichkeiten war bei den Grün-Weißen jedoch das große Manko. So setzte Assani Lukimya in der zweiten Minute einen Kopfball an die Latte. Danach scheiterte Mehmet Ekici mit einem abgefälschten Schuss (8.) und Zlatko Junuzovic mit einem Schlenzer (10.). Anschließend war es Sokratis, der per Kopf für Gefahr sorgte (10.). Doch 96-Keeper Ron-Robert Zieler war in dieser Szene ebenso zur Stelle wie Mitte der ersten Halbzeit bei einem Schuss von Nils Petersen aus halbrechter Position (22.).

Mit vielen Ballverlusten machten sich die Niedersachsen, denen neun Leistungsträger wegen Verletzungen oder Sperren fehlten, das Leben schwer. Die beste Chance resultierte dabei aus einem schlimmen Fehlpass der Bremer, als Mame Diouf frei vor Werder-Keeper Sebastian Mielitz auftauchte, den Ball aber nicht richtig traf (17.). Gefährlichkeit strahlten die Gäste nur dann aus, wenn das Mittelfeld schnell überbrückt wurde. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit verschlimmerte sich die angespannte Personalsituation von 96, als Mohammed Abdellaoue mit einer Knieverletzung vom Feld musste.

Randalierende 96-Anhänger hatten zuvor bei der Anreise eine Streckensperrung im Bahnhof Achim verursacht. Auf der Fahrt nach Bremen stiegen etwa 300 Personen in Achim aus und zündeten auf dem Bahnsteig bengalische Feuer und Böller. Es kam zu Rangeleien mit der Polizei, einige Personen versuchten, den nächsten Zug nach Bremen zu stoppen.