Wasserball

Wasserfreunde hoffen auf Zuschauerrekord im Schicksalsspiel

Die Wasserfreunde Spandau scheinen in einer äußerst schwierigen Situation zu stecken. Jedenfalls spricht Präsident Hagen Stamm von einem „Schicksalsspiel“.

Sein Sohn Marko, Nationalspieler im Team des deutschen Wasserball-Rekordmeisters, sagt: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“ Und Trainer Nebojsa Novoselac ergänzt vor dem Aufeinandertreffen mit Galatasaray Istanbul (heute, 19 Uhr, Schwimmhalle Schöneberg): „Dieses Spiel wird richtungsweisend für den Rest der Saison.“

Fest steht zumindest, dass die Berliner in der Champions-League-Vorrunde nur bei einem Sieg noch Chancen auf ein Weiterkommen haben, wobei man wissen muss: Vier von fünf Teams erreichen das Achtelfinale, Spandau ist aktuell mit nur einem Sieg aus fünf Partien Tabellenletzter. Das ist, gelinde gesagt, enttäuschend. „Ich kann nicht zufrieden sein“, gibt Novoselac zu, bittet aber auch um Verständnis: „Wir haben eine neue Mannschaft, haben fünf Leute verloren.“ Dazu war Kapitän Marc Politze bis Ende November verletzt. So erklären sich Niederlagen wie das 7:10 in Istanbul, wo die unerfahrenen Berliner schnell mit 1:7 zurückgelegen hatten und deshalb chancenlos waren. „Irgendwie schlafen wir noch“, sagt Marko Stamm, „viele Dinge funktionieren im entscheidenden Moment nicht.“ Er glaubt aber, dass diese Phase jetzt überwunden ist. „Wir sind heiß darauf zu gewinnen. Und ich bin sicher, wir schaffen das auch.“

Nichts anderes erwartet sein Vater. Denn das Umfeld hat seine Arbeit erledigt: „Wirtschaftlich sind wir abgesichert, sportlich noch nicht.“ Morgen wird ein neuer Geldgeber vorgestellt; dann ist der Saisonetat, der durch das Aussteigen von Hauptsponsor Vattenfall im vergangenen Sommer arg wackelig war, endlich gesichert. Für das Spiel gegen Galatasaray sowie die folgenden Höhepunkte in der Bundesliga gegen ASC Duisburg (23. Februar) und in der Champions League gegen Szeged (27.) wurde die DKB-Bank als Partner gewonnen. Inhaber von Visakarten dieses Unternehmens haben freien Eintritt und sitzen auf einer Zusatztribüne direkt am Becken. Hagen Stamm hofft auch deshalb auf eine Kulisse wie seit zehn Jahren nicht mehr beim Wasserball: „Wir erwarten 1000 bis 1500 Fans.“