Play-off

BR Volleys schrammen erneut knapp an einer Sensation vorbei

Die Volleyballspieler von Zenit Kasan tanzten über das Parkett, als hätten sie ihren Titel in der Champions League schon verteidigt.

Dabei hatten sie nur in der ersten Play-off-Runde zum zweiten Mal einen Außenseiter besiegt und damit ausgeschaltet. Aber wieder nur mit 3:2 (25:15, 21:25, 28:30, 25:13, 16:14), wieder benötigte die Mannschaft mit ihren fünf Olympiasiegern mehr als zwei Stunden, ehe der widerspenstige Underdog BR Volleys sich geschlagen gab. Und damit bewies, dass der Deutsche Meister zu einem europäischen Topteam gereift ist. „Auch heute ist es eine intensive Mischung aus Enttäuschung und Stolz“, sagte Volleys-Trainer Mark Lebedew, „wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Welt zwei Spiele lang auf Augenhöhe agiert und jedes Mal äußerst knapp verloren.“

Die zweite Partie war über weite Strecken ein Spiegelbild der ersten. Wieder gewann Zenit Durchgang eins souverän, wieder dachten die Berliner gar nicht daran, sich aus der Ruhe bringen zu lassen und gingen 2:1 nach Sätzen in Führung. Nach dem Ausgleich Kasans zum 2:2 war der Tie-Break so heiß umkämpft wie das gesamte Match. Bis zum 13:12 hatte kein Team es geschafft, sich einen Zwei-Punkte-Vorsprung herauszuarbeiten. Dann wurde ein Schmetterschlag Robert Kromms vom russischen Block entschärft: Zwei Matchbälle für die Gastgeber waren die Folge. Der erste endete als Fehlaufschlag im Netz, den zweiten wehrte Aleksandar Spirovski ab.

Nicht nur in diesem Moment wirkte der scheinbar so selbstbewusste Favorit hektisch und nicht konzentriert. Zwei Punkte fehlten, und es wäre tatsächlich zum „Golden Set“, zum Entscheidungssatz gekommen. Doch wie schon im Hinspiel war Kasan ein wenig glücklicher am Ende. Ausgerechnet der als Vertreter der verletzten Scott Touzinsky und Roko Sikiric vorher so überzeugende Björn Höhne schaffte es nicht, am US-Mittelblocker David Lee vorbeizuschmettern. Der dritte Matchball entschied. Doch die riesige Erleichterung bei Zenit war das größte Lob, das die wackeren Berliner bekommen konnten.