Polo WRC

Volkswagen setzt im Motorsport alles auf einen Franzosen

Es war ausdauernd spekuliert worden über einen Einstieg des Volkswagen-Konzerns in die Formel 1.

- Als dem Motorsport verbundener Global Player sollte man sich schließlich auch auf einer weltweiten Bühne präsentieren. Doch die Wolfsburger warteten mit einer Überraschung auf und verkündeten im Herbst 2011: Wir starten ab 2013 in der Rallye-Weltmeisterschaft. Am Dienstag wird es für die Wolfsburger nun ernst. In Monte Carlo rollen zwei je 300 PS starke Polo WRC (World Rallye Car) über die Startrampe zur berühmten Rallye im Fürstentum, dem WM-Auftakt 2013.

Motorsport sei für VW "das Gewürz in der Suppe", hatte Technik-Vorstand Ullrich Hackenberg den Entschluss begründet und dann präzisiert: "Der Einstieg in die Rallye-WM erfolge "natürlich aus Imagegründen, zumal der Polo das globalste Auto ist, das wir bauen" - unter anderem in Südafrika und China. Marketingerfolge halten die Wolfsburger in der Rallye-WM derzeit besser realisierbar als in der Formel 1. "Auch wenn die Rallye-Welt in Deutschland nicht die gleiche Popularität genießt wie die Formel 1, sehen wir uns weltweit dort besser aufgehoben", so Hackenberg. Nicht überraschend: Schließlich hatte VW drei Mal in Folge (2009 bis 2011) das Wüstenspektakel der Dakar-Rallye gewonnen. Noch aber dämpft VW-Motorsport-Chef Jost Capito die Erwartungen. "Bei der Monte werden wir erstmals sehen, wie wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen."

Als Fahrer für das Premierenjahr hat sich VW die Dienste des Franzosen Sebastien Ogier und dessen Landsmann Julian Ingrassia und die der Finnen Jari-Matti Latvala und Mika Antilla gesichert. Vor allem auf Ogier, den der neunmalige und nach vier Läufen der Saison 2013 abtretende Weltchampion Sebastien Loeb (Frankreich) für seinen Nachfolger hält, ruhen die Hoffnungen. "2013 wollen wir aus eigener Kraft um Podest-Platzierungen, 2014 um Siege und 2015 um den WM-Titel fahren" hofft Capito. Dass das nicht völlig unrealistisch ist, zeigt ein Blick in die Historie. 1987 erkämpften der Schwede Kenneth Eriksson und Peter Diekmann aus Berlin im Golf GTI den WM-Titel der damaligen Gruppe A.