Basketball

Alba vergibt in Istanbul die Chance zur Überraschung

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Die Basketballer von Alba Berlin warten weiter auf den ersten Sieg in den Top 16 der Europaliga.

- Wie schon zuvor gegen Real Madrid und ZSKA Moskau spielten die Berliner bei Efes Istanbul phasenweise auf Augenhöhe, verloren aber doch 62:71 (30:35) und stehen jetzt gemeinsam mit Bamberg sieglos am Ende der Tabelle der Gruppe E.

"Da war mehr drin", fand Sportdirektor Mithat Demirel. "Chancen waren da, aber wir haben sie nur genutzt, um immer wieder heran zu kommen. So konnte Efes immer in Führung bleiben."

Das Team von Sasa Obradovic begann vor 3931 Zuschauern in der legendären Abdi Ipekci Sports Hall erstaunlich selbstbewusst, wenn man bedenkt, welches Formtief die Mannschaft gerade erst durchschritten hat. Allen voran zeigte Deon Thompson die Form, mit der er im alten Jahr so oft überzeugt hatte. Er hielt Alba mit seinen Würfen zum 8:8, 12:12 und dann sogar 14:12 im Spiel (7.) - der Start war geglückt. Zudem war sichtbar, dass die Berliner mehr Zeit hatten, ihren letzten Zugang Je'Kel Foster weiter zu integrieren. Nach dessen Dreier führte Alba 17:14 (8.) und ging mit 19:16 in die erste Viertelpause. Bis zu diesem Moment war die Trefferquote der Gastgeber weit unter deren Standard geblieben, Alba hatte die Rebounds geholt und selbst vor allem aus Nahdistanz gepunktet.

Bis zu Fosters zweitem Dreier zum 24:21 (14.) änderte sich nicht viel. Dann aber lief Kerem Tunceri heiß. Er traf drei von vier Versuchen aus der Distanz, was Albas Chancen, sich durch Rebounds zweite Würfe zu erarbeiten, natürlich schmälerte. Die Berliner verloren jetzt auch im Angriff etwas öfter ihre Linie. Insgesamt gelangen ihnen im zweiten Viertel insgesamt nur elf Punkte. Für Efes trafen außer Tunceri auch noch Dusko Savanovic und Sascha Vujacic. Alba lag zur Pause mit 30:35 zurück.

Obradovics Plan, das Spiel lange eng zu halten, wäre im dritten Viertel vielleicht noch besser aufgegangen, wäre da nicht Jordan Farmer gewesen, der 2009 und 2010 mit den Los Angeles Lakers die NBA Championship gewonnen hatte. Farmer, am Ende zusammen mit Savanovic bester Werfer der Gastgeber (beide 15 Punkte), hielt Alba jetzt fast im Alleingang auf Distanz. Nach seinem dritten Dreier stand es 44:50 (29.). Vujacic, der ebenfalls mit den Lakers zwei Titel gewann, erhöhte mit sechs Punkten in Folge auf 47:58 (32.).

Zu viele Ballverluste

In der ersten Halbzeit hatte sich Alba gegen die als Balldiebe berüchtigten Gastgeber nur sechs Ballverluste erlaubt. In der zweiten kamen 13 hinzu. Immer wenn sich die Berliner in Schlagweite gekämpft hatten, vergaben sie so die Chance, für eine Überraschung zu sorgen. Auch als Thompson, mit 15 Punkten am Ende Albas Bester, auf 54:58 verkürzt hatte (37.). DaShaun Wood und Thompson ließen Alba dann noch ein letztes Mal hoffen (62:65/39.) - Efes war aber zu clever, sich den Sieg noch nehmen zu lassen. "In der ersten Halbzeit haben wir sehr diszipliniert gespielt", analysierte Demirel. "Aber wenn die Konzentration auch nur ein wenig nachlässt, zieht so eine Mannschaft halt weg." Und zwar für Alba uneinholbar.