Handball

Füchse-Manager Bob Hanning will DHB-Vize werden

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Alexandra Gross

Strukturen und Spielplan stehen auf dem Prüfstand

- Handball ist sein Leben. Seit 2005 leitet Bob Hanning mit großem Erfolg die Geschicke der Füchse Berlin. Der 44-jährige Geschäftsführer hat sich mit dem Projekt in der Hauptstadt einen Lebenstraum erfüllt. Doch nicht nur die Füchse liegen dem Vize-Präsidenten der Handball-Bundesliga (HBL) am Herzen. Deshalb plant Hanning jetzt, sein Wissen und Engagement in den Dienst des gesamten deutschen Handballs zu stellen. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, will der Füchse-Manager Vizepräsident im Deutschen Handballbund (DHB) werden, für den Bereich Leistungssport.

Diese Position besetzt zurzeit der Mindener Horst Bredemeier, doch der 60-Jährige steht im Herbst bei den Präsidiumswahlen des Verbandes nicht mehr zur Verfügung. Dieses Amt will nun Hanning übernehmen. Im September endet auch nach 15 Jahren die Präsidentschaft von Ulrich Strombach. Für diese Aufgabe fühlt sich Hanning "20 Jahre zu jung", wie er im Gespräch mit der WAZ/NRZ sagte. Er wolle sich aber zu gegebener Zeit Gedanken über die Position des Generalsekretärs machen. "Die Einführung eines Generalsekretärs wäre eine Sofortmaßnahme, denn dieses Amt gibt es noch nicht", sagte Hanning. Generell gelte es, aus einem Tanker ein Schnellboot zu machen: "Wir müssen die Strukturen verändern. Dabei müssen alle mitgenommen werden."

Hanning, der einst in Essen das Handballspielen erlernte, weist gern auf Missstände in seiner Sportart hin, er denkt in Lösungen und nicht in Problemen. Und seit langem schon fordert der Manager eine engere Zusammenarbeit zwischen der HBL, dem DHB und den Landesverbänden, um mittelfristig wieder den Anschluss an die Weltspitze zu schaffen. Auch eine Reform des Spielplans wäre denkbar. Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar sagte unlängst in der "Bild am Sonntag": "Ich glaube, Bob Hanning wäre gut als Vize-Präsident oder Generalsekretär, der die Marschrichtung innerhalb Deutschlands vorgibt, Konzepte und Trainingssysteme entwirft, sich mit den Landesverbänden auseinandersetzt und unseren Sport in der Wirtschaft und Politik präsentiert."

Die aktuellen Strukturen des Handballbundes sind dem 44-Jährigen gut vertraut, denn Hanning ist sozusagen ein Kind des DHB. Er war Co-Trainer der Nationalmannschaft und damit Assistent von Weltmeistercoach Heiner Brand sowie Cheftrainer der B-Nationalmannschaft. Als früherer DHB-Stützpunkttrainer der Jugend und jetziger A-Jugendcoach weiß er um die Belange des Nachwuchses, der künftig im Erwachsenenbereich wieder international Medaillen gewinnen soll. Kein Geheimnis ist, dass Hanning 2020 die olympische Goldmedaille fordert.