Cruisergewicht

Boxen: Hernandez verteidigt WM-Titel erstmals als Deutscher

Für Yoan Pablo Hernandez ist ein Traum Wirklichkeit geworden.

- Sieben Jahre nach seiner Flucht während des Chemiepokals in Halle 2005 ist der in Pinar del Rio auf Kuba geborene Profibox-Weltmeister nun deutscher Staatsbürger. "Ich war schon ein bisschen ungeduldig, weil es lange gedauert hat. Aber jetzt freue ich mich umso mehr", sagte der 28-Jährige. Und es gab eine weitere frohe Botschaft für den Familienvater. Er wird am 2. Februar 2013 seinen Cruisergewichts-Titel nach Version der International Boxing Federation (IBF) in der Max-Schmeling-Halle verteidigen. Mit dem Namen Max Schmeling verbindet den Modellathleten die Erinnerung an den gleichnamigen Film, in dem er Joe Louis, den berühmtesten Gegner des von Henry Maske verkörperten deutschen Schwergewichts-Boxidols gespielt hatte.

"Das passt alles gut zusammen. Ich lebe in Berlin, wohne hier und arbeite hier. Die Stadt ist mehr als nur eine Ersatzheimat", sieht sich Hernandez, der "im Herzen immer ein bisschen Kuba trägt", auf einem guten Weg. Gegner des von Trainer Ulli Wegner betreuten "Pablo" ist der 30 Jahre alte Eric Fields aus Ardmore/Oklahoma.

Für Wegner, der seinen Vertrag mit dem Team Sauerland bis 2015 (das Jahr, in dem sich Arthur Abraham vorstellen könnte, die Handschuhe an den Nagel zu hängen) verlängert hat, gehört Hernandez zu den Boxern mit einer großen Zukunft. "Pablo ist einer, den du manchmal zwingen musst, sich zu konzentrieren. Aber er ist auch einer, der Beharrungsvermögen hat und aus Fehlern lernt", bricht der 70-Jährige eine Lanze für den Schützling. Hernandez ist seit dem 1. Oktober 2011 Weltmeister. Von seinen 28 Profikämpfen hat er 27 gewonnen, 13 vorzeitig. Fields bringt es auf 21 Siege (22 Kämpfe), 15 vorzeitig. Neben dem WM-Kampf wird in Berlin auch die Halbschwergewichts-EM zwischen Eduard Gutknecht (Berlin) und Jürgen Brähmer (Schwerin) ausgetragen.