DFB-Pokal-Achtelfinale

Auch Keller stoppt Schalker Absturz nicht

Niederlage gegen Mainz. Offenbach wirft Düsseldorf raus. Bayern weiter, aber Rot für Ribery

- Bayern siegt, Schalke fliegt, Offenbach blamiert Düsseldorf und Freiburg besiegt Karlsruhe. Im DFB-Pokal-Achtelfinale war einiges los.

Fest steht: Schalkes Talfahrt geht vorerst auch unter Neu-Trainer Jens Keller weiter. Zwei Tage nach dem Antritt des 42-Jährigen als Nachfolger des beurlaubten Huub Stevens schieden die Königsblauen vor 54.202 Zuschauern gegen den FSV Mainz 05 mit 1:2 (0:1) aus. Für den in der Bundesliga auf den siebten Platz abgerutschten Champions-League-Achtelfinalisten war des sechste Pflichtspiel in Folge ohne Sieg.

Marco Caligiuri (30.) und Nicolai Müller (82.) trafen für die Mainzer, die zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte das Viertelfinale erreichten. Für den fünfmaligen Pokalsieger Schalke, der nach der Bundesliga-Hinrunde fünf Punkte hinter einem Champions-League-Platz liegt, glich Klaas-Jan Huntelaar (75.) zum zwischenzeitlichen 1:1 aus. "Man hat der Mannschaft in der ersten Halbzeit die Verunsicherung angesehen. Wir sind gleich beim ersten Fehler bestraft worden. Umso begeisterter war ich, wie wir die zweite Halbzeit angegangen sind", sagte Keller.

Düsseldorf blamiert sich

Kickers Offenbach hat seinen Ruf als Pokalschreck eindrucksvoll untermauert und Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf das Ende eines ansonsten tollen Fußball-Jahres verdorben. Der finanziell gebeutelte Drittligist blamierte den enttäuschenden Favoriten beim 2:0 (0:0) - sehr zur Freude der 18.400 heimischen Fans. Matias Fetsch (76.) und Stefan Vogler (85.) sorgten auf dem ausverkauften Bieberer Berg für die Entscheidung.

Für die mit über vier Millionen Euro verschuldeten Offenbacher, die vor sechs Jahren letztmals im Pokal-Viertelfinale standen, war es ein auch für die finanzielle Lage wichtiger Erfolg. Und für den nach der Niederlagenserie in der dritten Liga in der Kritik stehenden Trainer Arie van Lent war es wohl die Jobgarantie. "Ich bin total überrascht und glücklich", sagte der Coach. Düsseldorf wurde seiner Favoritenrolle überhaupt nicht gerecht. Der Bundesliga-Aufsteiger machte zwar zunächst das Spiel und versuchte sein Glück über die Flügel. Doch die Hausherren, die in den ersten Runden immerhin Bundesligist SpVgg Greuther Fürth und Zweitligist Union Berlin eliminiert hatten, standen stabil in der Abwehr. Nur in der ersten Viertelstunde wackelte der Drittligist. Nach der 1:5-Klatsche gegen Drittliga-Spitzenreiter Osnabrück, der vierten Niederlage am Stück, überzeugten die Offenbacher vor allem kämpferisch.

Bayern München hat seine überaus erfolgreiche Hinrunde gekrönt und ist ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der souveräne Herbstmeister gewann ein kampfbetontes und hektisches Derby beim Bundesliga-Vorletzten FC Augsburg zwar glanzlos und glücklich mit 2:0 (1:0), darf nun aber weiter von drei Titeln träumen. Den 20. Pflichtspielsieg der Halbserie sicherten Mario Gomez (26.) und Xherdan Shaqiri (85.) mit ihren Toren. Der schwer erkämpfte Erfolg gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden FCA vor 30.660 Zuschauern war jedoch teuer erkauft: Superstar Franck Ribery sah in der 47. Minute wegen einer Tätlichkeit gegen Ja-Cheol Koo von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer die Rote Karte.

"Das darf Franck nicht passieren. Aber wenn man provoziert wird, ist es nicht einfach. Ich hatte das Gefühl, dass wir mit zehn Mann besser gestanden haben. Wir hatten einige Konterchancen", sagte Bastian Schweinsteiger.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister und Rekordpokalsieger kann nun gelassen seinen knapp zweiwöchigen Winterurlaub vor dem Start des Trainingslagers in Katar (2.1.) antreten. Am Donnerstag blicken die Münchner allerdings noch einmal nach Nyon. In der Schweiz findet die Auslosung des Achtelfinales in der Champions League statt. Den Bayern droht im schlimmsten Fall ein Duell mit Real Madrid.

Entscheidung in der zweiten Minute

Der SC Freiburg hat 2012 mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale veredelt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich setzte gewann beim Drittligisten Karlsruher SC mühevoll mit 1:0 (1:0). Bereits nach 61 Sekunden erzielte Jonathan Schmid das goldene Tor für den Tabellenfünften der Bundesliga vor 28.200 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion. "Wir haben zu viele Fehler gemacht. Das war heute nicht so souverän. Aber heute zählt nur, dass wir eine Runde weiter sind", kommentierte Streich.