Bundesliga

Kurz wird Babbels Nachfolger in Hoffenheim

Lauterns Ex-Trainer soll den Abstieg verhindern

- Jetzt ist es offiziell: Marco Kurz soll den Bundesligisten aus dem Kraichgau vor dem Abstieg retten. Der 43-Jährige übernimmt die TSG 1899 Hoffenheim zum 1. Januar 2013. Co-Trainer wird der Österreicher Günther Gorenzel.

Der Verein ist auf Platz 16 abgerutscht und taumelt in dieser Saison von einer Peinlichkeit zur nächsten. Den bislang letzten Sieg gab es am zehnten Spieltag, ein 3:2 gegen Schalke 04. Zuletzt setzte es sechs Niederlagen in Folge. Nun soll der ehemalige Trainer des 1. FC Kaiserslautern den Absturz stoppen. Kurz galt seit dem 1:3 gegen Borussia Dortmund am Sonntag als aussichtsreichster Kandidat, nachdem sich Frank Kramer mit zwei Niederlagen aus zwei Spielen nicht empfehlen konnte. Hoffenheims Manager Andreas Müller soll sich mit Kurz auf einen leistungsbezogenen Vertrag bis 2014 geeinigt haben ("Rhein-Neckar-Zeitung").

Am 3. Dezember hatten sich die Hoffenheimer von Markus Babbel getrennt. Der Europameister von 1996 hatte im Sommer in seiner Doppelfunktion als Trainer und Manager Fehleinkäufe wie Chris, Patrick Ochs und Eren Derdiyok zu verantworten, und dann legte er einen kapitalen Fehlstart hin, der mit dem 0:4 im Pokal beim Viertligaklub Berliner AK begann und sich nahtlos in der Liga fortsetzte, wo die ersten drei Spiele verloren wurden.

Dabei hatte Babbel vor der Saison die Teilnahme an der Europa League als Ziel ausgegeben und war dabei vom neuen Torwart Tim Wiese verbal unterstützt worden. Am Ende wollte Babbel den Schlussmann auf die Bank setzen, eine Verletzung und die Entlassung des Trainers verhinderten dies.

"Über allem steht nun der Klassenverbleib", sagte Müller angesichts der prekären Lage beim Hinrundenersten von 2008. Die Mannschaft liegt bereits sieben Punkte hinter Nichtabstiegsplatz 15, den mit 19 Zählern der VfL Wolfsburg einnimmt.

Kurz kennt diese Situation: Er war mit Kaiserslautern vor einem Jahr in den Tabellenkeller gerauscht und am 20. März nach 16 Spielen ohne Sieg beurlaubt worden. Der gebürtige Stuttgarter und frühere Bundesligaprofi erlebte es nicht mehr auf dem Betzenberg mit, wie die "Roten Teufel" am Ende unter seinem glücklosen Nachfolger Krassimir Balakow abstiegen.

Die Verpflichtung von Kurz ist ein weiterer Versuch, nach Ralf Rangnicks Abgang am Neujahrstag 2011 Kontinuität in die Trainerfrage zu bekommen. Der Klub von Mäzen Dietmar Hopp hatte dabei kein gutes Händchen: Weder Marco Pezzaiuoli noch Holger Stanislawski oder zuletzt Markus Babbel brachten die TSG wieder nach vorn. "Marco Kurz hat sicher nachgewiesen, dass er es kann. Er hat oft einen sehr guten Job gemacht, wie in Kaiserslautern", sagte Experte Franz Beckenbauer am Wochenende bei Sky.