Hertha BSC

Luhukay überholt seine eigene Bestmarke

Bei dem üblen Foul an Sami Allagui riss es sogar den besonnenen Trainer von der Bank.

- Jos Luhukay, der in der Regel dem Spielverlauf mit stoischer Miene folgt, sprang auf und riss empört die Arme hoch. Beim Eishockey wäre Allagui bei so einem Check über die Bande geflogen, in Paderborn krachte der Herthaner aus gut 1,60 Meter Höhe auf den Boden. "Es war auf beiden Seiten manchmal hart an der Grenze", beschrieb Luhukay die robuste Gangart dieses Spiels.

Dennoch konnte der Chefcoach von Hertha BSC mit dem Ausflug nach Paderborn gut leben. Schließlich übertraf sich Luhukay am 18. Spieltag dieser Zweitliga-Saison selbst. Seit 16 Partien ist seine Mannschaft nun ohne Niederlage. Damit durfte sich der Trainer über einen neuen persönlichen Rekord freuen. Seine bisherige Bestmarke hatte Luhukay bei Borussia Mönchengladbach aufgestellt. Dort war er in der Zweitliga-Saison 2007/08 vom vierten Spieltag an 15 Runden ohne Niederlage geblieben.

Hertha BSC wird das als gutes Omen nehmen: Damals war Luhukay mit der Borussia am Ende des Spieljahres souverän aufgestiegen . . .

Ihm selbst sind solche Statistiken nicht so wichtig. "Als Trainer gehe ich jedes Spiel neu an", sagte Luhukay. Aber in Berlin belegt der leitende Angestellte Woche für Woche, dass er genau weiß, was er tut.

Nach dem wichtigen 2:1 bei Verfolger Cottbus am vergangenen Montag trat der Trainer mit einer Mischung aus Lob und Mahnung vor seine Mannschaft. So ehrenwert die Punktausbeute bisher sei, in den letzten beiden Partien des Jahres dürfe auf keinen Fall nachgelassen werden.

Und wieder fand Luhukay die richtigen Worte. Die Kluge, Niemeyer und Lustenberger gingen die robuste Gangart mit.

Wie groß das Selbstbewusstsein ist, zeigt ein Detail am Rande. Fußballer sind traditionell abergläubisch. Doch nach der Erfolgsserie, die seit Ende August andauert, lief Hertha zum zweiten Mal in komplett weißen Trikots auf. Beim Premieren-Einsatz hatte es beim FSV Frankfurt die einzige Saisonpleite gegeben.

Viele unfaire Attacken

Kein Problem fand Luhukay. Für Schwierigkeiten waren die Hausherren zuständig. "Paderborn hat es uns sehr schwer gemacht, es war ein sehr intensives Spiel. Wir kamen nur schwer in unseren Rhythmus."

Er weiß, dass seine Kollegen es leicht haben, ihr jeweiliges Team auf den Hauptstadt-Klub einzustellen. "Wir sind der Top-Motivationsgeber für den Gegner." Aber Luhukay war stolz, wie sich seine Mannschaft gegen die Vielzahl der, oft auch unfairen Attacken der Paderborner, zur Wehr setzte und zumindest punktuell seine Qualität durchbrachte. Als Holländer hatte Luhukay die passende Formulierung parat: "Wir haben uns den Käse nicht vom Brot nehmen lassen."