1. FC Union

Arbeitssieg im Ruhrpott

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Terodde und ein Eigentor sichern Union-Erfolg beim krisengeschüttelten MSV Duisburg

- Es war sicherlich kein sonderlich schön herausgespielter Erfolg, eher ein Arbeitssieg. Aber dafür ein wichtiger. Denn durch das 2:1 (2:0) beim MSV Duisburg erhielt sich der Fußball-Zweitligist die Chance, zum Abschluss der Hinrunde am Wochenende noch in die obere Tabellenhälfte zu klettern. "Es war von beiden Seiten kein berauschendes Spiel. Es ist mir schwer verständlich, dass wir unsere Möglichkeiten nicht ausgespielt haben", sagte Union-Trainer Uwe Neuhaus.

Vor der Partie hatte der Coach mit Blick auf die Startformation angekündigt: "Veränderungen sind möglich." Und es gab Veränderungen. Statt Silvio spielte Adam Nemec im Angriff neben Simon Terodde. Der Slowake hatte sich seinen Einsatz von Beginn an nicht zuletzt wegen seines Ausgleichstreffers im vergangenen Heimspiel gegen 1860 München (2:2) verdient. Im rechten Mittelfeld bekam Christopher Quiring den Vorzug vor Patrick Zoundi.

Vom Anpfiff an herrschte zunächst einmal - Ruhe. Wie angekündigt, schwiegen auch die Fans der Zebras und der Eisernen gestern Abend aus Protest gegen das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL). Das änderte sich nach exakt 12:12 Minuten. Lautstark enterten die mitgereisten Anhänger der Köpenicker den Gästeblock, schwenkten ihre Fahnen. Die Duisburger Fans hatten ein überdimensionales Klublogo ausgerollt. Viel zu bejubeln gab es bis dahin aber auch nicht. Die Duisburger, gebeutelt von zehn Ausfällen, drohender Insolvenz und einer bislang so enttäuschend verlaufenen Spielzeit, wirkten äußerst nervös. Schon nach gut einer Minute versprang Torwart Roland Müller der Ball. Nemec war sofort zur Stelle, doch Müller konnte die Scharte noch auswetzen. Nur eine Minute später tauchte Unions Terodde im MSV-Strafraum auf, den Ball brachte er aber nicht im Tor unter. Was folgte, waren uninspirierte Angriffsbemühungen auf beiden Seiten.

Es war wie so oft, wenn eine Mannschaft im Keller einer Liga steht: Sie zieht das Pech scheinbar magisch an. Torsten Mattuschka schlug einen Eckball in den Strafraum, MSV-Verteidiger Sören Brandy kam eher an den Ball als Unions Markus Karl - der Kopfball des Duisburgers ging unhaltbar für Torwart Müller ins kurze Eck, 1:0 für Union (20.). Musste beim Führungstreffer der Gegner noch fleißig mithelfen, so war das zweite Tor für Union gut herausgespielt. Auf der linken Seite brachten Patrick Kohlmann und Michael Parensen mit Direktablagen Adam Nemec in Position. Der suchte im Strafraum der Hausherren seinen Sturmpartner und fand ihn. Mit einem Kopfball-Aufsetzer vollendete Terodde die Flanke, 2:0 (35.). Und Duisburg? Die Ruhrstädter wurden immer nur dann gefährlich, wenn sich Maurice Exslager aufmachte. Erst scheiterte der Stürmer an Union-Torwart Daniel Haas (24.), später blockte Quiring einen Schuss Exslagers ab, nachdem sich der Duisburger links durch die halbe Union-Defensive gedribbelt hatte. Nach der Pause leitete Exslager eine Chance für den eingewechselten Ranisav Jovanovic ein (64., Haas hielt), zwei Minuten später strich nach einem Eckball ein Kopfball des 21-Jährigen knapp am Tor vorbei. Ohne Maurice Exslager wäre für Duisburg nach vorn überhaupt nichts gegangen.

Später Anschlusstreffer

Union wiederum verwaltete das Ergebnis nach dem Wechsel vor allem. Nur noch selten spielten sich die Berliner an den Strafraum der Gastgeber. Trainer Neuhaus brachte mit Silvio für Nemec einen frischen Stürmer (73.). Wirkliche Entlastung brachte der Brasilianer allerdings nicht. Dass die Berliner nicht mehr in Bedrängnis gerieten, darf der Harmlosigkeit der MSV-Elf zugeschrieben werden. Erst in der 82. Minute eröffnete sich Terodde die Chance, mit dem dritten Tor die Partie endgültig zu entscheiden. Das Zuspiel von Union-Kapitän Mattuschka kam jedoch ein wenig zu ungenau, so dass Terodde das Spielgerät nicht kontrolliert auf das Tor bringen konnte. So durften sich die Duisburger dank Verteidiger Branimir Bajic doch noch über eine Ergebniskorrektur freuen (89.).

( BM )