Personalien

Chelsea feuert Trainer Di Matteo, Nachfolger wird Benitez

Noch vor 186 Tagen war Roberto Di Matteo der gefeierte Held, jetzt wurde er eiskalt vom Hof gejagt.

- Der Champions-League-Sieger FC Chelsea hat sich von seinem Teammanager getrennt. Das gab der englische Top-Klub einen Tag nach der 0:3-Niederlage in der Königsklasse bei Juventus Turin bekannt und zog damit die Konsequenzen aus der sportlichen Misere an der Themse. Als Nachfolger bis Saisonende wurde noch gestern Abend der Spanier Rafael Benitez verpflichtet.

"Die Leistungen des Teams und die Resultate waren zuletzt nicht gut genug, und der Besitzer sowie der Vorstand des Klubs waren der Ansicht, dass eine Veränderung notwendig war", teilten die Blues mit. Der russische Milliardär und Chelsea-Eigner Roman Abramowitsch verlor offenbar die Geduld mit Di Matteo, der die Blues im Sommer noch zum größten Erfolg in der Vereinsgeschichte geführt hatte. Im Finale der Königsklasse von München bezwang der viermalige englische Meister den FC Bayern im Elfmeterschießen 4:3.

Doch nach nur zwei Siegen aus den letzten acht Spielen senkte Abramowitsch nun den Daumen. "Unser Ziel ist es, weiterhin so wettbewerbsfähig wie möglich zu sein", hieß es weiter. Doch in dieser Saison drohen die Londoner als erster Titelverteidiger der Geschichte bereits in der Gruppenphase zu scheitern. Nach der Niederlage gegen Turin rangiert Chelsea hinter Schachtjor Donezk und den Italienern nur auf Rang drei in Gruppe E. In der Premier League sind die Londoner nach gutem Start auf Rang drei abgerutscht, mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Manchester City.

Nach dem Rauswurf von Di Matteo suchte Abramowitsch, der seit seiner Übernahme 2003 rund eine Milliarde Euro für sein Hobby an der Stamford Bridge ausgegeben haben soll, bereits seinen neunten Trainer. Er fand ihn nach wenigen Stunden in Benitez, der 2005 mit Liverpool die Champions League gewonnen hatte. Bisher haben es nur Jose Mourinho und Carlo Ancelotti mehr als ein Jahr auf dem Schleudersitz ausgehalten.

Der ehemalige Barcelona-Trainer Josip Guardiola galt vor der Verpflichtung von Benitez als absoluter Favorit bei Abramowitsch - allerdings hat sich der Spanier nach seinem Abschied in Barcelona eine einjährige Auszeit verordnet. Guardiola könnte im nächsten Sommer trotzdem mit aufgeladenen Akkus übernehmen. Benitez, zuletzt bis 2010 bei Inter Mailand unter Vertrag, hatte bereits im Laufe des Tages sein Interesse signalisiert. "Ich suche nach einem Team, das Titel gewinnen kann. Und Chelsea ist so ein Klub", sagte der Spanier gegenüber "Sport360".

Der Rauswurf wurde dem Italo-Schweizer Di Matteo um vier Uhr morgens in seinem Büro auf dem Trainingsgelände mitgeteilt - unmittelbar nach der Rückkehr aus Turin. Schon direkt nach dem katastrophalen Auftritt seiner Mannschaft in Italien hatte der 42-Jährige, der stets zu lächeln scheint, mit seiner Demission gerechnet. "Ich bin verantwortlich für das Ergebnis. Ich bin verantwortlich für die Leistung. Wenn jemand Schuld hat, bin ich es", sagte Di Matteo, der Chelsea im März nach der Entlassung von Andre Villas-Boas übernommen hatte. Immerhin wird er nun von Abramowitsch eine nette Abfindung erhalten.