Leichtathletik

Paralympics-Sieger Popow erbost über Regeländerung

Der Deutsche Leichtathletik-Verband strebt eine einschneidende Regeländerung für Athleten mit einem Handicap an, die technische Hilfsmittel für ihren Wettkampf benötigen.

- Diese Sportler sollen künftig nicht mehr bei Wettbewerben mit Nichtbehinderten gemeinsam gewertet werden. Über die Initiative der DLV- Regelkommission berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe.

Der DLV bestätigte den Bericht des Nachrichtenmagazins. "Es geht uns nicht um einen Ausschluss von behinderten Athleten, sondern um eine klare Trennung in der Wertung", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. "Dies entspricht im Übrigen auch der Differenzierung bei den Behindertensportlern selbst, die ja viele unterschiedliche Schadensklassen haben." Eine klare Abgrenzung sei notwendig, sagte Prokop, "sonst bekommen wir eine Endlos-Diskussion".

Mit heftiger Kritik reagierte Paralympics-Sieger Heinrich Popow. "Sollte der DLV den gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Behinderungen aktiv verhindern, ist das ein Skandal und weit entfernt von der Lebenswirklichkeit und dem Sport. Der DLV zementiert damit die Spaltung des Sports und zerstört die Vorbildfunktion der Leichtathletik für die Gesellschaft insgesamt", sagte der 29-Jährige aus Leverkusen. Popow hatte bei den Paralympics in London Gold und zweimal Bronze erkämpft.

Die Regeländerung "dient zur Vermeidung von Streitfällen und beugt technischen Manipulationen vor", erklärte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. Ein Grund für die nationale Initiative, die auch dem Weltverband IAAF als "Regeländerungsantrag" unterbreitet werden soll, sei die Chancengleichheit.