Volleyball

BR Volleys schlagen neun Asse und sind wieder Tabellenführer

Zu Beginn, sagt Sebastian Kühner, "war da noch nicht das perfekte Gefühl füreinander.

- Aber wir haben drüber gesprochen - und dann hat's funktioniert". Nur zur Klarstellung: Die Rede ist vom Volleyball, von der Harmonie zwischen Zuspieler und Diagonalangreifer. Sie wurde bestätigt von Paul Carroll: "Im ersten und zweiten Satz war das Zusammenspiel zwischen Basti und mir noch nicht so gut. Im dritten haben wir uns aber gefunden." So war der dritte Durchgang der eindeutigste im Bundesligaspiel der BR Volleys gegen den TV Bühl. Gewonnen haben die Berliner allerdings auch die anderen beiden; mit einem souveränen 3:0 (25:22, 25:23, 25:19) holte sich der Deutsche Meister die Tabellenführung zurück.

Sechs Siege in sechs Spielen - der Titelverteidiger erlaubt sich bisher keine Schwächen. Und gegen die Süddeutschen konnte es sich Trainer Mark Lebedew sogar leisten, seine Stammspieler Scott Touzinsky, Kawika Shoji, Aleksandar Spirovski und Felix Fischer zu schonen. Vor 3512 Zuschauern in der Schmeling-Halle geriet der Erfolg dennoch nie in Gefahr. "Es geht vor allem um den Sieg, möglichst 3:0 - das ist uns gelungen", sagte der Australier, "es war nicht immer so schön, wie man sich das erträumt, aber der dritte Satz war ganz ordentlich." Wenn man bedenkt, dass vier der Besten zuschauten...

In den beiden ersten Abschnitten hielten die Gäste durchaus lange mit, lagen sogar jeweils mit 21:20 in Führung. Es war ein bisschen spannend. Allein: Wenn es dringend nötig war, punkteten immer die Berliner. Je dichter es Richtung 25 Punkte ging, umso konzentrierter wurden sie. Meist war es der einmal mehr überragende Angreifer Robert Kromm, der auf 17 Punkte kam, häufig aber auch Carroll, der es schließlich auf 15 Zähler brachte, darunter der verwandelte Matchball nach 76 Minuten. Ein wenig machten sich die BR Volleys das Leben selbst unnötig schwer, denn sie produzierten in den nur drei Sätzen 16 Fehlaufschläge, deutlich zu viele für eine so hochkarätig besetzte Mannschaft. Andererseits gelangen ihnen auch neun Asse, das bringt neunmal 50 Euro vom Hauptsponsor in die Kasse für die Nachwuchsarbeit.

Dies war einer der positiven Aspekte in einem Spiel mit nicht ganz so hohem Unterhaltungswert. Aber es ist ja nicht jedes Mal Champions League wie Mittwoch wieder in Budva/Montenegro. "Der Trainer muss allen die Möglichkeit geben, sich zu empfehlen und durchzuspielen", sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand, "es kommen noch die Momente, wo wir alle brauchen. Und alle brauchen Spielpraxis." Dann wird das mit dem perfekten Gefühl auch noch besser werden.