Handball

Tapfere Füchse für ihre starke Leistung nicht belohnt

Berlins Handballer unterliegen 23:25 bei Rhein-Neckar Löwen

- Erst eine Viertelstunde war gespielt, und es sah so aus, als würden die Füchse Berlin eine weitere deprimierende Niederlage in der Handball-Bundesliga kassieren, so wie beim 18:29 in Flensburg drei Wochen zuvor. 2:7 lag das Team von Trainer Dagur Sigurdsson da beim Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen zurück, nicht viel wollte gelingen. Aber dann präsentierte sich doch eine ganz andere Mannschaft. Eine, die sich nicht durch große Härte des Gegners, strittige Schiedsrichterentscheidungen und einen klaren Rückstand entmutigen ließ. Zwar unterlagen die Berliner am Ende 23:25 (11:11), doch sie konnten Mannheim erhobenen Hauptes verlassen. Nur knapp scheiterten sie daran, den Löwen den ersten Punkt in dieser Saison abzunehmen.

Das lag vor allem an Alexander Petersson. Der Isländer, der zuvor zwei Jahre in Berlin gespielt hatte, war die treibende Kraft der Löwen, ihr Ideengeber und mit acht Treffern auch bester Werfer der Partie. Nie bekamen die Füchse den Linkshänder in den Griff. Dazu hatten auch die beiden Torleute Niklas Landin und Goran Stojanovic sehr starke Phasen.

Aber die Gäste überzeugten ebenfalls. Nach Sigurdssons ziemlich missglückter Anfangstaktik, im Angriff anstelle des Torhüters einen siebten Feldspieler aufzubieten, fing sich die Mannschaft. Sie machte den frühen Fünf-Tore-Rückstand bis zur Pause wett und lag nach dem Wechsel sogar meistens in Führung.

Gründe dafür waren ein ebenfalls glänzend aufgelegter Schlussmann Silvio Heinevetter, eine insgesamt immer geschlossener agierende Abwehr und als Überraschung ein Konstantin Igropulo, der seine stärkste Leistung im Trikot der Füchse bot. Nicht nur, weil er mit sieben Treffern (davon drei Siebenmeter) bester Schütze beim Tabellendritten war. Der Russe traute sich endlich etwas zu und steckte damit seine Nebenleute an, die beherzt aus dem Rückraum warfen - und trafen. Bis zum 22:21 in der 56. Minute, erzielt von Bartlomiej Jaszka in Unterzahl, lagen die Füchse vorn. Dann entschieden die Schiedsrichter die Partie. Eine harte Zeitstrafe gegen Evgeni Pevnov, dazu ein Siebenmeter für den Tabellenführer: Die Löwen nutzten ihre Überzahl, auf 25:22 davonzuziehen. Bitter für die Gäste, die nah dran waren, eine große Überraschung zu schaffen.