Eishockey

Pinguine verderben den Eisbären die Party-Stimmung

Krefeld siegt 4:3 in Berlin. Giroux scheidet verletzt aus

- Es war alles für eine große Eishockey-Feier gerichtet. Das erste Heimspiel seit knapp vier Wochen, ein mit 14.100 Zuschauern ausverkauftes Haus, die Saisonpremiere von Center Darin Olver nach seiner Hüftoperation, Florian Busch und Frank Hördler für ihr 501. Spiel im Eisbären-Trikot geehrt, und EHC-Legende Hartmut Nickel feierte an der Bande seinen 68. Geburtstag. Aber die Krefeld Pinguine wollten partout nicht mitfeiern. Die Eisbären verloren 3:4 nach Verlängerung (1:2, 1:0, 1:1, 0:1). Ihr NHL-Star Claude Giroux schied zudem Ende des zweiten Drittels nach einem Check mit Überdehnung der Halswirbelsäule aus.

Die Berliner hätten gewarnt sein müssen. Die Krefelder waren als Team angereist, das mehr Punkte auswärts als zu Hause holt. Und so griff Eisbären-Torhüter Sebastian Elwing - Rob Zepp musste mit einem Magen-Darm-Infekt passen - schon bald hinter sich. Erst verlor Julian Talbot vor dem Tor die Scheibe, Krefelds Andreas Driendl bedankte sich mit dem 0:1 (5.). 39 Sekunden später übersahen die Eisbären Herberts Vasiljevs. Als der den Puck direkt vor dem Tor bekam, ließ er Elwing keine Chance - 0:2. Der Beginn einer Party sieht anders aus. Andererseits hatte der Abend ja gerade erst begonnen.

Zu viele Chancen verpasst

In der Folge spielten die Hausherren vermehrt in Überzahl. Gleich die erste nutzte T.J. Mulock zum 1:2 (9.), weitere Großchancen blieben vorerst ungenutzt. Erst im zweiten Drittel schlenzte Talbot den Puck aus Nahdistanz zum 2:2 unter die Latte (29.). In den Minuten danach sah es so aus, als wäre der Führungstreffer der Eisbären nur eine Frage der Zeit, aber die Gäste brachten das Remis in die zweite Pause. Längst stand Elwings Gegenüber, Krefelds Torwart Scott Langkott, im Mittelpunkt. Gegen den zweiten Treffer des Abends von T.J. Mulock war er machtlos, der traf aus zwei Metern zum 3:2 (43.). Fünf Minuten vor dem Ende glich Boris Blank nach einem weiteren unnötigen Scheibenverlust von Talbot zum 3:3 aus. In der Verlängerung hatte Rückkehrer Olver die größte Chance, die Partie zu entschieden. Er verfehlte aber das leere Tor. Auf der anderen Seite verstummte die Party-Stimmung 17 Sekunden vor dem Ende, als Francois Méthot die Heim-Niederlage besiegelte.

"Ich bin enttäuscht", sagte Doppeltorschütze Mulock, "wir sind eigentlich gut zurückgekommen, haben dann aber wieder unerklärliche Fehler gemacht." Und das so kurz vor dem Spitzenspiel: Am Sonntag müssen die Eisbären zum souveränen Tabellenführer nach Köln.