Vorstand

Bayern München schwimmt im Geld, Hoeneß wiedergewählt

- Einen kleinen Seitenhieb konnte sich Karl-Heinz Rummenigge nicht verkneifen. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München sprach bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend vor 2591 Vereinsmitgliedern über die Beliebtheit des Fußball-Rekordmeisters auf dem Internetportal Facebook. 5,3 Millionen Menschen haben auf "Gefällt mir" geklickt, damit hat der Klub mehr Online-Fans als alle anderen 17 Bundesligavereine zusammen. "Uli Hoeneß versucht seit einigen Tagen, das nötige App dafür runterzuladen, doch er schafft es nicht, weil er kein dafür kompatibles Handy hat", scherzte Rummenigge. Er blickte vom Rednerpult zu Hoeneß, und beide lachten. Bayern-Präsident Hoeneß ist bekennender Nicht-Internetnutzer und mag keine Smartphones.

Die Stimmung bei der Versammlung im Audi-Dome war bestens. Die Bayern führen die Tabelle der Bundesliga an, haben sich für das Achtelfinale des DFB-Pokals qualifiziert, stehen in der Gruppenphase der Champions League gut da - und sind so reich wie nie. Die Klubbosse präsentierten Rekordzahlen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte der Tabellenführer 373,4 Millionen Euro Umsatz (Vorjahr 328, 5 Millionen Euro) und 11,1 Millionen Euro Gewinn. Sein Eigenkapital hat er auf 278,3 Millionen Euro gesteigert. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 77,5 Prozent - im Weltfußball ist dieser Wert wohl einmalig. Die FC Bayern München AG schüttet ihren Aktionären die Rekorddividende von 5,5 Millionen Euro aus.

Finanzvorstand Karl Hopfner sagte: "Ich denke, die Mitglieder können stolz auf ihren Verein sein. Der FC Bayern hat heute eine wirtschaftliche Basis, wie es dieser Verein noch nie zuvor in seiner 112-jährigen Geschichte hatte." Der Klub hat 187.865 Mitglieder und 3202 Fanclubs. Für sein Personal gab er im besagten Zeitraum 165,6 Millionen Euro aus.

Der 60-jährige Hoeneß ist seit 2009 Präsident und stellte sich Donnerstagabend erstmals zur Wiederwahl. Das Ergebnis war eindeutig, Hoeneß und seine Präsidiumskollegen erhielten rund 97 Prozent der Stimmen. Auf die beiden nicht mehr zur Wahl stehenden bisherigen Vizepräsidenten Fritz Scherer und Bernd Rauch folgten der scheidende Finanzvorstand Karl Hopfner und Verwaltungsbeiratsmitglied Rudolf Schels.

"Es ist ein Traum, Präsident des FC Bayern zu sein", sagte Hoeneß. Und dann versprach er den Anwesenden noch Freibier nach Beendigung der Versammlung. Da gab es noch einmal tosenden Applaus für den alten und neuen Präsidenten.