Eisschnelllauf

Eis-Sprinterin Wolf so stark wie nie zu Saisonbeginn

Es gab einiges, worüber sich Chef-Bundestrainer Markus Eicher am Sonntag freuen konnte.

- Drei Tage lang bestritten die Eisschnellläufer in Berlin ihre Meisterschaften. Manche Leistungen hätten ihn "extrem zufrieden" gemacht, andere seien "unglaublich" gewesen. Mit einigen Athleten, so die Hoffnung, werde die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) in der am Wochenende beginnenden Weltcup-Saison um Siege kämpfen.

Allen voran Jenny Wolf. "So stark war sie noch nie zu Saisonbeginn", sagte Eicher über die Berlinerin, die mit zwei Klassezeiten unter 38 Sekunden über 500 Meter gewann. Nach einer durchwachsenen und unbefriedigenden Vorsaison ist die 33-Jährige hoch motiviert und scheint ihr altes Niveau wieder erreichen zu können. Davon ist Monique Angermüller nach ihrer langen Krankengeschichte wegen eines Nesselfiebers noch ein Stück entfernt, doch nach dem Titel über 1500 Meter gewann sie am Sonntag auch die 1000 Meter in einer guten Zeit (1:17,28 Minuten). "Wir wussten vorher gar nicht, wo sie steht, deshalb ist diese Vorstellung absolut erfreulich", so Eicher. Von den nun anstehenden fünf Weltcups wird die Berlinerin dennoch nur vier bestreiten, da das komplette Programm für sie noch eine zu große Belastung wäre.

Gespannt ist der Chef-Bundestrainer, wie sich Stephanie Beckert (Erfurt) im Weltcup gegen die auf den Langstrecken alles dominierende Tschechin Martina Sablikova schlägt. Über 3000 Meter holte sie sich den Titel in fantastischen 4:02 Minuten. Eicher: "Das könnte auf jeden Fall heiße Vergleiche geben." Bei den Männern überzeugten die Langstreckler ebenso, auf den 1000 Metern zeigte sich der Berliner Samuel Schwarz gut präpariert.

Titellos verlief das Wochenende für Claudia Pechstein, die 40-Jährige wurde über 3000 und 1500 Meter jeweils Zweite und hatte Pech, dass es bei den Frauen neben den Spitzenathletinnen kaum guten Nachwuchs gibt. So lagen für den Massenstart, bei dem sie favorisiert war, lediglich vier Meldungen vor. Weil das Rennen so keinen Sinn machte, wurde es abgesagt. Enttäuschend nannte Markus Eicher die Resonanz. Pechstein wollte stattdessen bei den Männern mitlaufen, das wurde ihr allerdings nicht gestattet.