Tennis

Traum-Finale in London: Federer fordert die Nummer eins

Roger Federer greift beim ATP-Tour-Finale nach seinem siebten Titel.

- Die Nummer zwei der Welt bezwang gestern Abend im Halbfinale in London den britischen Olympiasieger Andy Murray mit 7:6 (7:5), 6:2. Damit kommt es an diesem Montag zum Traum-Endspiel zwischen dem Schweizer Titelverteidiger und dem Weltranglistenersten Novak Djokovic. Der Serbe behauptete sich mit einem hart erkämpften 4:6, 6:3, 6:2 gegen den Argentinier Juan Martin del Potro. "Hier gegen Novak am Ende im Finale noch einmal spielen zu dürfen, ist einfach nur schön. Ich könnte nicht glücklicher sein", sagte der 31-jährige Federer.

Das Duell mit Murray nannte er "ein spezielles Match, weil wir in London 2012 drei spezielle Matches hatten". Nach seinem Triumph im Wimbledon-Endspiel hatte der 17-fache Grand-Slam-Turnier-Champion im Olympia-Finale eine bittere Niederlage gegen Murray kassiert, nahm aber dafür nun in am Ende überraschend deutlicher Manier Revanche. Lediglich im ersten Satz war die Begegnung ausgeglichen. Der Weltranglisten-Dritte erwischte gar den besseren Start und nahm Federer das erste Aufschlagspiel ab. Dieses Break hielt Murray bis zum Stand von 4:3. Dann gelang Federer das Rebreak. Den folgenden Tiebreak entschied der Titelverteidiger mit dem zweiten Satzball knapp für sich. Im zweiten Durchgang machte Federer dann kurzen Prozess.

Die Atmosphäre mit mehr als 17.000 Zuschauern in der ausverkauften O2-Arena fand er "elektrisierend" - die Fans des Schweizers übertönten die Anhänger des US-Open-Champions aus Schottland. Die Briten müssen weiter auf ihren ersten Finalteilnehmer in der Geschichte des seit 1970 bestehenden Jahresendturniers warten. Federer peilt den Titel-Hattrick an.

Dabei steht ihm bei dem mit 4,3 Millionen Euro dotierten Hartplatz-Event aber noch Djokovic im Weg. "Für mich ist das jetzt schon das perfekte Ende, hier Teil des Finals in London zu sein", sagte der 25-jährige Serbe, der die Saison wie im Vorjahr als Branchenprimus beenden wird. Gegen Federer werden seiner Meinung nach "einige wenige Punkte entscheiden, wer der Sieger wird", meinte der Australian-Open-Champion. "Im letzten Endspiel des Jahres werde ich noch einmal mit einer Extra-Portion Motivation fighten."

Nach seinem Halbfinal-Kampf gegen del Potro zollte er dem Südamerikaner nach 2:11 Stunden Spielzeit gehörigen Respekt: "Er war bis in den zweiten Satz hinein der bessere Spieler." Djokovic, der im zweiten Satz schon mit einem Break zurückgelegen hatte, verbesserte seine Bilanz gegen den Weltranglistensiebten auf 7:2 und nahm Revanche für die Pleite im olympischen Match um die Einzel-Bronzemedaille. Bei der vierten Auflage des Turniers der acht Saisonbesten in London steht der Serbe erstmals ins Endspiel - und das ungeschlagen. Am alten Austragungsort Schanghai hatte er das Jahresendturnier 2008 gewonnen.