Eishockey

Eisbären setzen sich dank Stürmer Braun in Hannover durch

Das große Sportereignis in Hannover fand unweit des Rathauses statt.

- Dort steht die Fußballarena, wo die zweite Runde des DFB-Pokals die heimische 96 und Dynamo Dresden zusammenführte. Das große Fanaufkommen band die Polizei dort sehr ein, gut also, dass die Hannover Scorpions ein paar Kilometer weiter südlich meist nur wenige Besucher anziehen und die Ordnungskräfte folglich nicht in Schwierigkeiten gerieten, als zeitgleich in der Tui-Arena die Eisbären aus Berlin gastierten.

Zuletzt zeigten die Scorpions, die sich damit auch ein paar mehr Zuschauer verdient hätten als die 2792 vom Mittwoch, daheim allerdings recht gute Spiele, gewannen zweimal in Folge. Und auch die Eisbären hatten sie beim ersten Aufeinandertreffen der Saison schon geschlagen (4:2). Somit verlor die Konstellation, dass die Berliner Meister sind und Hannover nur eines der schwächeren Teams in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), einiges an Wert. Die Heimserie hielt dennoch nicht, der EHC setzte sich in der Verlängerung 4:3 (1:1, 2:1, 0:1, 1:0) durch.

Für die Berliner hieß es, nach dem 3:5 zuletzt in Straubing keine negative Auswärtsserie aufzubauen. Dabei kam Trainer Don Jackson das Fehlen von Kapitän André Rankel nicht gelegen, fünf Spieler vermisste er insgesamt. Doch die Ausfallliste verkürzte sich auch, zum einen, weil Sven Felski am Montag sein Karriereende verkündet hat. Diese Streichung half dem Trainer allerdings wenig, die von Laurin Braun, der nach Bauchmuskelproblemen wieder dabei war, dagegen schon.

Braun brachte Schwung in den Angriff, war kurz nach der frühen Führung der Gastgeber derjenige, der den Ausgleich erzielte (4.) und ebenso am 2:2 durch Travis Mulock seinen Anteil hatte (31.). Die Eisbären spielten recht ordentlich, passten aber hinten nicht immer auf. Vorn vermisste man trotz Brauns Elan oft den Zug, es wurde oft nett herumgespielt und auf den besten Zeitpunkt für den schönsten Pass gewartet. Die erste Führung für die Berliner markierte dann trotzdem ein Hannoveraner, Morton Green hatte einen Pass von Jamie Arniel abgefälscht (32.).

Nach einer Spieldauerstrafe für Sergej Janzen hatten die Berliner in der fünfminütigen Überzahl die Gelegenheit, das Spiel zu entscheiden. Doch mit ihrer Lässigkeit hielten die Eisbären die Scorpions im Spiel. Die Niedersachsen, die zuvor ein 1:3 gegen Ingolstadt in einen Sieg umgewandelt hatten (4:3), zeigten sich ähnlich engagiert und glichen durch Green aus (51.). In der Verlängerung dominierten die Berliner, die Freitag in Wolfsburg antreten, und kamen durch Laurin Braun zum vierten und entscheidenden Treffer (63.). Seine Rückkehr machte sich also bezahlt für die Eisbären.