Volleyball

Mit Patricia Grohmann soll der Sprung ins Play-off glücken

Volleyballerinnen des Köpenicker SC setzen sich neue Ziele

- Montagabend, Max-Schmeling-Halle, Saisoneröffnung der Volleyball-Bundesliga der Männer mit der Partie der BR Volleys gegen den VfB Friedrichshafen. Ein Pflichttermin für Patricia Grohmann. Die 22-Jährige von Frauen-Bundesligist Köpenicker SC ist die Freundin von Volleys-Zugang Sebastian Kühner und drückte ihrem Liebsten auf der Tribüne die Daumen. Lange führten die beiden eine Fernbeziehung, doch seit ein paar Wochen wohnen sie endlich zusammen. Neben Kühner ist auch Grohmann vor dieser Saison nach Berlin gewechselt. Mit ihrem neuen Verein trifft sie zum Heimauftakt heute (19 Uhr) in der Sporthalle Hämmerlingstraße auf den USC Münster.

Vergangene Saison spielte Grohmann noch für den SC Potsdam und war dort sogar Kapitänin. Sie hatte aber kein gutes Verhältnis zum Trainer. "Ich habe mich mit Alberto Salomoni nicht gut verstanden, deshalb wollte ich weg", sagt sie. Sie entschied sich für eine Rückkehr nach Berlin, wo sie einst mit dem Volleyball begonnen hatte. "Köpenick ist ein hervorragend geführter Verein", sagt Grohmann. Mitentscheidend für ihren Wechsel dürfte KSC-Trainer Gil Ferrer Cutino gewesen sein: Mit dem Kubaner hatte sie bei der Nationalmannschaft gute Erfahrungen gemacht. Dort ist Cutino Assistent von Bundestrainer Giovanni Guidetti.

Mit ihrem neuen Klub hat Patricia Grohmann hohe Ziele. "Ich bin nach Köpenick gewechselt, um mich zu verbessern", sagt die junge Frau, die neben dem Sport gerade ihr Wirtschafts-Fachabitur ablegt. Statt gegen den Abstieg wie im Vorjahr mit Potsdam soll es diesmal um den Einzug ins Play-off gehen.

Dieses Ziel hat auch Teammanager Sven Dröger ausgegeben. "Die Mädels haben hohe Ansprüche an sich selbst", sagt er. Das verdeutlicht eine Aussage von Patricia Grohmann zum ersten Gegner: "Münster hat ungefähr das gleiche Niveau wie wir." Im vergangenen Jahr hatten die Westfälinnen das Halbfinale erreicht. Mit dem USC Münster hat man in Köpenick zudem noch eine Rechnung offen. Der neunmalige Deutsche Meister beendete in der vergangenen Saison die Serie von neun KSC-Heimsiegen hintereinander. "Dieses Mal soll die Partie gegen Münster den Auftakt einer neuen Serie bilden", sagt Dröger.

Alternativen auf jeder Position

Der Teammanager spricht von der "besten Mannschaft, die wir jemals hatten". Erstmals geht der Köpenicker SC mit einem 14er-Kader in die Saison. Auf allen Positionen gibt es Alternativen. "So etwas hat uns letzte Spielzeit noch gefehlt", so Dröger. Der Etat des Teams beläuft sich seinen Angaben zufolge auf etwa 350.000 Euro und ist damit in etwa so hoch wie im Vorjahr. Nach dem Ausstieg des langjährigen Hauptsponsors Air Berlin, der den Aufstieg in die erste Bundesliga 2005 erst ermöglicht hatte, war es den KSC-Verantwortlichen gelungen, rasch für Ersatz zu sorgen. Neuer Hauptsponsor ist die Arbeitsrechtskanzlei Pusch Wahlig Legal.

Patricia Grohmann kann es kaum erwarten, dass es heute endlich ernst wird. "Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen", sagt die Nationalspielerin (7 Länderspiele). Mit guten Leistungen im Vereinstrikot will sich die gebürtige Berlinerin auch für die Nationalmannschaft unentbehrlich machen. Ihr Ziel sind die Europameisterschaften 2013 im eigenen Land. "Eine EM vor heimischem Publikum ist einfach das Größte", sagt sie. 2010 war sie kurz vor der WM als letzte Spielerin noch aus dem Kader gestrichen wurde. "Dieses Mal rechne ich mir gute Chancen aus", sagt sie selbstbewusst.

Die Vorzeichen wären dann genau andersherum als am Montag in der Max-Schmeling-Halle: Grohmann würde auf dem Feld im Rampenlicht stehen und ihr Freund auf der Tribüne mitfiebern.