Motorsport

Cortese stürzt in der letzten Runde vor dem Titelgewinn

Für rund eine halbe Minute hielt Sandro Cortese den WM-Titel schon in den Händen.

- Dann hielt er - nach einem spektakulären Sturz in der letzten Runde, dabei fast überrollt von Italiener Alessandro Tonucci und sich auf dem Asphalt drehend - nur noch seine KTM fest. Der Motor lief, Cortese sprang auf, und das Drama beim Großen Preis von Japan endete auf Rang sechs. Während der Auslaufrunde tobte der 22-Jährige aus Berkheim auf seinem Motorrad wie Rumpelstilzchen.

Landsmann Jonas Folger (Schwindegg, KTM) tobte ebenfalls. Doch während der 19-Jährige sich in Führung liegend, nach dem Rammstoß von Luis Salom (Spanien, KTM), im Kiesbett wiederfand und seinen dritten Sieg abschreiben musste, kam Cortese wenigstens ins Ziel. 56 Punkte hat der Berkheimer nun vor den letzten drei Rennen Vorsprung in der Gesamtwertung und kann am 21. Oktober in Malaysia den Titelgewinn nachholen.

Teamkollege gewinnt in Japan

"Etwas Respekt vor mir hätten sie schon zeigen können. Ich finde es schade, wie die beiden attackiert haben", schimpfte Cortese über Tonucci und den späteren Sieger Danny Kent, seinen Teamkollegen. Doch der Engländer war bei dem Unfall weitgehend unbeteiligt. Eine Teamorder zugunsten von Cortese hatte Teamchef Aki Ajo nicht ausgegeben. Das entpuppte sich später als Fehler. Kent verstand Corteses Ausraster nicht. "Ich habe ganz einfach meine Chance genutzt, meinen ersten WM-Sieg zu holen", so der 19-Jährige aus Chippenham. Die Plätze hinter Kent belegten Maverick Vinales (Spanien, Honda) und Tonucci. Vinales ist Corteses schärfster Verfolger. Nachdem die erste Wut verraucht war, entschuldigte sich Cortese: "Mein Verhalten heute tut mir sehr leid. Ich habe überreagiert. Ich habe gesehen, dass ich schon den Titel gewinnen kann und war dann enttäuscht darüber, was passiert ist." Und weiter: "Natürlich gratuliere ich Danny zu seinem ersten Sieg."

Ebenfalls auf Rang sechs, aber wesentlich entspannter als Cortese, kam Stefan Bradl (Zahling) auf seiner Honda in der Klasse MotoGP ins Ziel. Auf dem Siegerpodest standen in Japan drei Spanier: Dany Pedrosa (Honda), Jorge Lorenzo (Yamaha) und Alvaro Bautista (Honda).